Auflistung für das Stichwort ‘MUTE’

BIG DEAL – June Gloom

Sonntag, 30. Juni 2013

Das junge wie geschlechtlich gemischte Duo Kacey Underwood und Alice Costelloe alias BIG DEAL ist das Ergebnis einer amerikanisch-britischen Freundschaft und könnte auch als eine etwas zahmere Version der THE KILLS durchgehen. Gleich ihr Debüt „Lights Out“ vor knapp zwei Jahren lies mit sanften Akustik-Folk-Pop aufhorchen und erinnerte mit seiner Reduktion bzw. Intimität an das legendäre „The Trinity Session“-Album der COWBOY JUNKIES. Der Nachfolger „June Gloom“ beginnt nun beim ersten Song „Golden Light“ ähnlich mit zart angeschlagenen Akkorden, um sich urplötzlich in einem hymnisch-melodischen Rock-Gewitter zu entladen. (weiterlesen…)

CRIME & THE CITY SOLUTION – American Twilight

Sonntag, 31. März 2013

Erst im vorigen Jahr huldigten CRIME & THE CITY SOLUTION mit der Best Of „A History Of Crime“ ihrer Berlin-Phase von 1987 bis 1991, welche eigentlich das letzte Kapitel der australischen Band sein sollte, die stets im Fahrwasser von ihrem Landsmann Nick Cave gesegelt ist, aber leider auch immer in dessen Schatten gestanden hat. Unglücklicherweise fällt nun das Comeback von CRIME & THE CITY SOLUTION zeitgleich mit dem aktuellen Album der BAD SEEDS aus und der Presserummel dreht sich mal wieder nur um den dürren schwarzhaarigen Ex-Junkie Nick Cave. Im Gegensatz zu letzteren hat die Band um Simon Bonney wenigstens dem Label Mute die Treue gehalten und rund 22 Jahre später erscheint genau dort das neue Album „American Twilight“. (weiterlesen…)

APPARAT – Krieg und Frieden (Music For Theatre)

Donnerstag, 21. Februar 2013

Sascha Ring ist ein vielbeschäftigter Mann und nach seinem erfolgreichen Album „The Devil’s Walk“ und folgender ausgedehnter Tournee mit seiner Band, stand er gleich wieder in der Pflicht von Theater-Regisseur Sebastian Hartmann, um dessen aktuelle Inszenierung von „Krieg und Frieden“ für die Ruhrfestspiele musikalisch zu untermalen. Der Roman von Leo Tolstoi ist ja unbestritten ein Klassiker der Weltliteratur und wurde neben der nicht minder berühmten Verfilmung von Sergei Bondartschuk auch unzählige Male für das Theater aufbereitet. Das dabei von Sebastian Hartmann eine unkonventionelle Herangehensweise an den schweren Stoff zu erwarten war, dürfte Kennern der Materie nicht überrascht haben, aber die Verpflichtung von Deutschlands zur Zeit gefragtesten Elektronikers war schon ein „Husarenstück“. (weiterlesen…)

NON/BOYD RICE – Back To Mono

Freitag, 26. Oktober 2012

Boyd Rice gilt unbestritten als ein Pionier der Noise-Musik und die ersten Veröffentlichungen („Pagan Muzak“, „The Black Album“) unter seinem Namen bzw. mit dem Banner von NON sind Klassiker des Industrial-Genres. Umstritten dafür ist sein provokant zur Schau gestelltes sozial-darwinistisches Weltbild, was ihn irgendwie zu Amerikas Vorzeige-Nazi und -Satanisten gemacht hat, an dem sich nun schon seit Jahrzehnten die Political Correctness abarbeitet. Musikalisch wurde es mit Boyd Rice ab den 90er Jahren so richtig abenteuerlich, denn zwischen Noise, Gothic March Music, Easy Listening, Incredibly Strange Music, Neo Folk, Schlager und Ambient war irgendwie alles möglich. Zuletzt huldigte er als GIDDLE & BOYD unter anderem dem Provokateur Serge Gainsbourg auf einem pinken Shape-Vinyl in Herzform oder erwies bei dem Hardcore-Projekt HIRSUTE PURSUIT mit „Boys Keep Swinging“ David Bowie seinen Tribut. Mit NON kehrt er jetzt aber zurück zum Ursprung und setzt mittels seinem neuen Album alles wieder auf Anfang. (weiterlesen…)

LAIBACH – Iron Sky Soundtrack

Mittwoch, 2. Mai 2012

In seiner über weite Strecken gelungenen Sci-Fi-Komödie IRON SKY mischt der finnische Regisseur Timo Vuorensola allseits bekannte Bestandteile verschiedenster Naziverschwörungstheorien zu einer bösen Parodie in bester Naziploitation-Manier. Kaum eines der gängigen Klischees über Deutsche im Allgemeinen und Nazis im Besonderen wird dabei nicht ausgeschlachtet. Der Soundtrack zu diesem überwiegend mittels Crowdfunding finanzierten Spektakels stammt von LAIBACH, was insofern eine gelungene Pointe darstellt, als die slowenische Kultband in der Vergangenheit wegen ihrer Nutzung faschistischer Ästhetik und Symbole immer wieder als vermeintlich rechtsradikal diffamiert wurde, nun aber die Gelegenheit hat, hemmungslos im Nazi-Trash zu wühlen und sich dabei offenkundig prächtig amüsiert. (weiterlesen…)

GRINDERMAN – Grinderman 2 Rmx

Dienstag, 24. April 2012

Die ersten 5 Alben von NICK CAVE & THE BAD SEEDS waren neben JOY DIVISION und BAUHAUS die Schallplatten, für die ich nach dem Mauerfall mein „Begrüßungs“-Westgeld ausgegeben hatte und was ich bis heute auch noch nicht bereut habe. Das 6. Album „The Good Son“ habe ich dann ja sozusagen richtig in Echtzeit erlebt und gerade jenes war ein Bruch mit dem bisherigen Düstermann-Image, wie der Beginn des Erfolges von Nick Cave. Spätestens nach den „Murder Ballads“ war dieser dann auch finanziell messbar, aber da hatte ich mich schon längst von ihm abgewandt. Im Jahre 2000 war ich anlässlich eines Konzertes in Berlin noch einmal kurz der Magie des Meisters erlegen, was sich im Nachhinein als das letzte Konzert mit Blixa Bargeld an der Gitarre herausstellen sollte. Danach driftete Nick Cave noch weiter ins schwülstig-pastorale ab, bis sich sogar der alte Band-Motor Mick Harvey ausklinkte. Da verursachte das „Schweine“-Rock-Nebenprojekt GRINDERMAN von Nick Cave bei mir nur noch Schulterzucken, auch wenn man dort angeblich den Geist der verrückten BIRTHDAY PARTY wieder erwecken wollte. (weiterlesen…)

CARTER TUTTI VOID – Transverse

Samstag, 14. April 2012

Vor fast genau einem Jahr traten Chris Carter und Cosey Fanni Tutti (CHRIS & COSEY) zusammen mit Nik Colk Void von FACTORY FLOOR im Rahmen des Short Circuit-Festival von Mute auf. Ihr gemeinsames und größtenteils frei improvisiertes Set aus vier langen Tracks trug den Namen „Transverse“, was übersetzt so viel wie quer liegend oder quer laufend bedeutet. Mir persönlich fällt beim Hören jedoch eher der Begriff einer Traverse ein, was ja ein Verbindungsstück zur Aufnahme von Kräften ist und diese frische Kollaboration meiner Meinung nach besser bildlich auszudrücken vermag. (weiterlesen…)

VCMG – Ssss

Donnerstag, 15. März 2012

Vince Clark und Martin L. Gore sind für viele Menschen Götter der elektronischen Musik und Pioniere des sogenannten Synthie Pop. Beide begannen 1980 ihre Karriere gemeinsam unter dem Banner DEPECHE MODE, die Vince Clark gleich nach dem Debüt-Album wieder verließ, um gemeinsam mit Alison Moyet als YAZOO 80er Jahre Pop-Geschichte zu schreiben. Später gründete er zusammen mit Andy Bell ERASURE, die bis heute Bestand haben und so etwas wie eine musikalische Ikone der Schwulen-Bewegung geworden sind. Bei DEPECHE MODE übernahm dafür Martin L. Gore die Zügel und machte letztendlich die Band zu einer der erfolgreichsten überhaupt auf der Welt, die seit jeher auch auf eine fanatische wie treue Fangemeinde rund um den Globus vertrauen kann. Inzwischen sind beide kurz über die 50, gleichfalls in Amerika wohnhaft und hatten sich angeblich die vergangenen 30 Jahre nicht viel zu erzählen. Der Legende nach erhielt nun aber Martin L. Gore wie aus dem Nichts eine Email von Vince Clark mit der Idee, ein gemeinsames instrumentales Techno-Album zu machen. (weiterlesen…)

TRENT REZNOR & ATTICUS ROSS – The Girl With The Dragon Tattoo

Freitag, 2. März 2012

Als vor genau einem Jahr Trent Reznor und Atticus Ross (beide NINE INCH NAILS und HOW TO DESTROY ANGELS) den Oscar für die beste Filmmusik zu „The Social Network“ von David Fincher („Fight Club“) bekamen, war die Überraschung groß. Klar war danach natürlich auch, dass das Duo auch wieder für den nächsten Soundtrack zur amerikanischen Neuverfilmung der Stieg Larsson-Bestseller-Trilogie „Millennium“ von David Fincher verantwortlich sein wird und der zweite Oscar schien dafür so gut wie sicher. (weiterlesen…)

APPARAT – The Devil’s Walk

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Seit langem ist Sascha Ring durch sein Projekt APPARAT und seine temporäre Teilhaberschaft am Berliner Shitkatapult-Label zumindest den Freunden der minimalen elektronischen Tanzmusik ein Begriff. Aufgrund seiner Kollaboration im Jahre 2009 mit MODESELEKTOR unter dem Banner MODERAT bzw. mit dem phantastisch analog produzierten Dubstep auf ihrem Debüt-Album trat er noch weiter in das Licht der Öffentlichkeit, so dass sogar in Folge ein gewisser Thom York von RADIOHEAD in Berlin anklopfte und das Projekt auf Welttournee ging. Es folgte für Sascha Ring eine Phase der Schreibblockade und musikalischen Umorientierung, aus der letztendlich APPARAT als richtige Band hervorgingen. (weiterlesen…)