Auflistung für das Stichwort ‘DENOVALI’

PETRELS – Flailing Tomb

Mittwoch, 6. Mai 2015

petrels_flailing_tombDie neue Petrels! Und wieder werden keine Gefangenen gemacht (obwohl man das als Paradoxon zum Sprichwort natürlich auch genau andersherum sehen könnte; zumindest was das Einfangen von Zuhörern beträfe). Petrels ist (weil: ist ja „eigentlich“ das Soloprojekt von Oliver Barrett aus UK) / sind (weil: auf „Flailing Tomb“ hat er eine illustre Schar von Gästen dazu geholt) und bleiben weiterhin ein Phänomen in der Ambient / Drone / Experimental / Blabla Landschaft: bisher hat es noch jede der Veröffentlichungen geschafft, keiner dieser Genrebezeichnungen und ihren „festgeschriebenen“ Maßstäben umfänglich zu entsprechen und dabei trotzdem ganz viele Hörer genau dieser Genres erreicht. (weiterlesen…)

SECOND MOON OF WINTER – One For Sorrow, Two for Joy

Donnerstag, 2. April 2015

SECOND MOON OF WINTER – One For Sorrow, Two for JoyDas Essener Experimental-Label Denovali schlägt seinen Kurs in Richtung „verschrobene Klangatmosphären“ weiter fort und schickt die Newcomer SECOND MOON OF WINTER ins Rennen. Diese stechen aus der Flut der avantgardistischen Kunstmusik hervor, in dem sie ihr Skelett aus improvisierten Klarinette- und Gitarren-Kompositionen mit geisterhaftem Soprangesang verbinden. Einschlägige Bekannte wie THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE, BOHREN & DER CLUB OF GORE und CARLOS CIPA lassen da sicher grüßen. Zweifler, die glauben, sich einer x-beliebigen Platte ohne Tiefgang stellen zu müssen, entgeht bei dem gespenstischen Debüt allerdings das Alleinstellungsmerkmal des Projekts: der überirdische Operngesang, direkt aus der Geisterbahn gepaart mit einem Schuss irischer Folklore. (weiterlesen…)

SANKT OTTEN – Engtanz Depression

Mittwoch, 4. Februar 2015

sankt_otten_engtanz_depressionDer erste zu hörende Gitarrenton ist nicht per E-Bow erzeugt… …Revolution!? …der nächste andere dann aber doch wieder: …also doch alles beim alten? Eher: nein; „Engtanz Depression“ geht gegenüber den Vorgängern durchaus eigene Wege: weniger straight, ohne kompliziert zu werden; verschrobener, ohne die Zugänge unnötig zu verbarrikadieren; überraschender, ohne sich selbst zu leugnen… Und so klingt auch gleich #2, „Beten, Tanzen, Küssen“, viel mehr wie ein subtil verwehter Nachhall von als ein tatsächliches, (weiterlesen…)

FOGH DEPOT – Fogh Depot

Mittwoch, 4. Februar 2015

Fogh_Depot_fogh_depotJazz / Impro / Techno / Ambient / Drone / akustisches Flair / elektronischer Background. Aus Russland. Und Musiker von dort haben ja durchaus ihre eigene Haltung; nicht zuletzt aufgrund der einfach anders verlaufenen musikalischen Geschichte und eines Publikums, das in der Gesamtschau vielleicht einen (und wenn auch nur etwas) größeren Anteil an Leuten hat, die auf mehr können als nur Pop. Fogh Depot scheinen auf ihrem Debüt(?) in jedem Fall wesentlich unbeeinflusster von jeder hintergründig präsenten Erwartungshaltung zur Erfüllung typischer Genreschemata; statt dessen werden die (rein instrumental gehaltenen) Stücke, (weiterlesen…)

DALE COOPER QUARTET & THE DICTAPHONES+WITXES – Split

Mittwoch, 4. Februar 2015

DaleCooperQuartet+Witxes_SplitSplit + starker Tobak: Das Dale Cooper Quartet & The Dictaphones sind ja gern so etwas wie der Wolf im Schaftspelz; gebrauchen hintergründige Widerhaken im Rahmen stoisch voranschreitender, skelettierter Darkjazz Abstraktionen, die die Höhrer mit loopartiger Struktur vereinnahmen und geradezu sedieren, bevor diese es überhaupt selbst bemerken konnten. „Le Strategie Saint-Frusquin“, dieses seitenlange Stück als Auftakt der Split, verweigert sich dieser bewährten Methode zwar nicht, lässt aber die ganzen hintergründigen Texturen viel weiter nach vorn als bisher gewohnt: (weiterlesen…)

TERMINAL SOUND SYSTEM – Dust Songs

Montag, 5. Januar 2015

TERMINAL SOUND SYSTEM - Dust SongsDenovali gehen in die nächste Runde. Terminal Sound System aka Skye Klein aus Melbourne veröffentlicht nach dem schon sehr guten „a sun spinning backwards“erneut auf dem Qualitätslabel. Diesmal sind es die „Dust Songs“, und passend zur Label-Philosophie mit tollem Cover-Motiv erneut mal wieder so ein Stück Musik, das sich jeglicher Kategorisierung entziehen möchte. Weiß man um die Philosophie, die Herangehensweise des Australiers an Musik, so steht der künstlerische experimentierfreudige Ausdruck je im Vordergrund, wollte er sich auf bis dato keiner seiner Alben zuordnen lassen, und endete das oft in der losen Zuteilung experimentellen Postrocks letztlich wohl auch nicht falsch. Im Vergleich zu den Vorgänger-Alben experimentiert Klein auf dem neuen Long-player viel mit der akustischen Gitarre, benutzt seine Stimme flüsternd, irgendwie schemenhaft zu sehr Bruchstück artigen Stücken. Dunkel angehauchte Szenarien, klaustrophobische Ambient-Schnipsel, die mit der verloren klingenden Gitarre ein starkes Gefühl von Isoliert-sein vermitteln. (weiterlesen…)

POPPY ACKROYD – Feathers

Donnerstag, 25. Dezember 2014

poppy_ackroyd_feathersPoppy Ackroyd, Mitglied des Hidden Orchestra, mit ihrem zweiten Soloalbum. …und über allem liegt ein Hauch von Entrücktheit: dies ist vielleicht die treffendste Beschreibung der Gesamtstimmung eines Albums, dass melancholische wie auch (zumindest tendenziell) fröhliche Motive gleichermaßen besitzt, seine Verbundenheit zur Hauptband(?) nicht leugnet, aber wie schon sein Vorgänger „Escapement“ (auch Denovali Records) seine eigene Identität besitzt. (weiterlesen…)

CARLOS CIPA – All Your Life You Walk

Samstag, 13. Dezember 2014

carlos_cipa_all_your_life_you_walkCarlos Cipa steht für einen sehr intimen und fokussierten instrumentalen Ausdruck. Und er steht dafür, auch seine Kompositionen ebenso fokussiert zu halten; eben nicht als das Ausdehnen einer Idee durch „unendliches“ Widerholen zu entwickeln, statt dessen Spiel und Arrangement entlang einer ebenso eindeutigen wie dynamischen Dramaturgie. (weiterlesen…)

THOMAS KÖNER – Tiento de las Nieves

Dienstag, 21. Oktober 2014

ThomasKoner_TientoDeLasNievesDurch die (in diesem Sinne nicht unentscheidende) Zusammenkunft von „Idee“, „Inspiration“, „rechter Zeit“ und „Ausführung“ hat sich Thomas Köner bereits in den 90er Jahren seinen Platz in der Musikgeschichte gesichert und im Weiteren, auch durch eine Ausweitung in visueller Hinsicht, durch Installationen, Vertonungen von historischen Stummfilmen und eigenen audio-visuellen Arbeiten, ausgebaut. Und als ein gemeinsames Merkmal sind alle diese Arbeiten, die unter dem Namen Thomas Köner erscheinen, geprägt von einer beispiellosen Fokussierung, einer Konzentration auf das Wesentliche, wobei dieses Wesentliche in der Definition von Thomas Köner noch wesentlich gewissenhafter und kompromissloser ausgesucht scheint, als bei allen denen, die ähnliches von sich (und ihren Arbeiten) behaupten. (weiterlesen…)

„Ich glaube, dass unsere Generation traurig, apathisch und einfach nur mittelmäßig ist“ – Interview mit Sänger Johan von CELESTE

Dienstag, 14. Oktober 2014

Ihre Alben tragen stimmungsvolle, schwarzromantische Titel wie „Pessimiste(s)“, „Nihiliste(s)“, „Misanthrope(s)“ oder Morte(s) Nee(s)“ und sind stilistisch sicher nicht der Sonne zugewandt. Seit 2005 wälzt die französische Sludge-Metal-Band CELESTE aus Lyon alles nieder, was sich ihr in den Weg stellt. Ihre Platten vertreibt die stark an Ästhetik orientierte Band in stilechtem Schwarzweiß. Ihre intensiven Live-Shows mit reduziertem Bühnenlicht und den legendären roten Kopflampen und Strobo-Attacken sind in der Szene längst Kult. CELESTE, die ihre Wurzeln in der Lyoner Hardcore-Szene haben, sind eine dieser Band, denen man bedingungslos verfallen kann, wenn man sich auf das streckenweise unhörbare Chaos aus monolithischen Gitarrenwänden, ultrabrutalen Double-Bass-Attacken und verdammt ungesundem Gekeife einlässt, garniert mit hässlichen Texten aus der Untiefe der menschlichen Seele – fertig ist der Cocktail für die Todesdisko. Im DENOVALI-Umfeld kultisch verehrt, wurde es Zeit, Sänger Johan bei der vergangenen Mini-Tour durch die Niederlande, Deutschland und Belgien zur jüngst im November 2013 erschienen Platte “ANIMALE(S)“ zu befragen, die selbstverständlich wieder einmal die “härteste, fieseste, destruktivste und böseste“ geworden ist. (weiterlesen…)