Sonntag, 8. September 2013
Oh, Yoko – I love you… (CD, Normal Cookie)
Dieses Album hat gleich einen Pluspunkt. Statt in teure Studios zu gehen, sich professionelles Equipment zu mieten und sich einen Produzenten zu leisten, haben die in Tokyo ansässigen Will Long und Rie Mitsutake sich einfach mit dem begnügt, was sie im heimischen Wohnzimmer so vorfanden. Ausgerüstet mit billigen Mikrophonen, abgenutzten Keyboards, Gitarren und einer improvisierten Studioumgebung haben sie zeitlosen Elektropop produziert, der keine weiteren Akteure kennt als die beiden Musiker. Die 14 Stücke auf „I love you…“ wirken an manchen Stellen dadurch vielleicht etwas sperrig, doch ist es gerade jener Nonkonformismus, der dem gesamten Album diese Zeitlosigkeit gibt. Hätte auch 2001 in Berlin auf Morr Music erscheinen können, auf dem Gipfel des lali-Puna Hypes, dem Hipster-Sound jener Tage. (weiterlesen…)
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Stichworte: BLACK 64, Gastón Arévalo, GAZELLE TWIN/ I SPEAK MACHINE, JOHN FOXX, OH YOKO, REZIS
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Samstag, 7. September 2013
Tape auf Zeitgeist von diesem Projekt aus Italien um Antonio Gallucci und Francesca Marongiu mit sechs musikalisch stark aufeinander bezogenen, dynamisch fortschreitenden Tracks; schon fast wie ein in sechs Etappen gegliedertes Gesamtwerk. „Eleusis“ beginnt mit „Hades“ und einer fast paradoxen Mischung aus Ätherik und Ritual, letzteres basierend auf einer wie rudimentären Perkussion, die mit ihrer Art, vordergründig einfach erscheinende Rhythmik in Wahrheit mit Widerhaken zu versehen weite Teile der Veröffentlichung bestimmen wird; (weiterlesen…)
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Stichworte: AGARTTHA, ARCHITEUTHIS REX, BLACK 64, REZIS, ZEITGEIST
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Samstag, 7. September 2013
SECTION 25 waren neben JOY DIVISION und NEW ORDER eins der Aushängeschilder des Labels Factory aus Manchester und ein wichtiger Wegbereiter auf dem Weg vom Post Punk hin zum Acid House. Wurde ihre erste Single „Girls Don’t Count“ noch gemeinsam von Ian Curtis und Rob Gretton produziert, legte für das Debüt-Album sogar der legendäre Martin Hannet seine „göttliche“ Hand ans Mischpult und dieser machte „Always Now“ im Jahre 1981 aus SECTION 25 fast so etwas wie die Nachfolger von JOY DIVISION. Das war aber weniger im Sinne der Band und diese orientierte sich danach neu bzw. entdeckte etwa gleichzeitig wie NEW ORDER den Dancefloor. „Looking From A Hilltop“ vom „From The Hip“-Album war 1984 nicht nur auf Ibiza ein Hit, der zufällig auch noch von Bernard Sumner produziert wurde. 1985 war dann aber Schluss und die Band löste sich auf. Sänger und Kopf von SECTION 25 war Larry Cassidy, welcher die Band über die Jahre immer als Familienbetrieb führte. 2004 starb nach langer Krankheit seine Frau und die Stimme von „Looking From A Hilltop“ mit nur 42 Jahren, was irgendwie dann Grund zu einer Reunion der Band war, der ein Comeback-Album + seltsame Live-Tour mit Peter Hook als Gast am Bass folgte. 2010 verstarb dann nicht ganz überraschend Larry Cassidy, denn jener sah bei den letzten Konzerten wirklich nicht mehr gut aus und er wurde am Ende auch nur 56 Jahre alt. In Gedenken an ihn machen SECTION 25 mit seinem Bruder Vin und der Tochter Bethany aber weiter und veröffentlichten erst dieses Jahr ein herrliches Pop-Album namens „Dark Light“ auf dem ebenfalls wieder reformierten Factory Benelux-Label. „Eigengrau“ ist jetzt ein Remix-Album, welches ungewöhnliche wie interessante Interpretationen aus dem Experimental- und Industrial-Bereich vereint. (weiterlesen…)
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Stichworte: 23 SKIDOO, 7JK, ABSOLUT BODY CONTROL, ATOMIZER, BERNARD SUMNER, BLACK 64, CABARET VOLTAIRE, DDAA, DUST ORCHESTRA, ERGE STORMAN, IAN CURTIS, JOB KARMA, JOY DIVISION, KONRAD BECKER, LARRY CASSIDY, MARTIN HANNETT, MATT HOWDEN, MONOTON, NEW ORDER, PETER HOOK, PORTION CONTROL, RENALDO & THE LOAF, REZIS, ROB GETTON, SAMY MORPHEUS, SCATTERED ORDER, SECTION 25, VOLCANO THE BEAR, WRANGLER, ZOVIET FRANCE
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Montag, 2. September 2013
Nur für die Nerd-Akten sei an dieser Stelle dokumentiert, dass Avantgarde-Multiinstrumentalist Aidan Baker in diesem Jahr seine viertausendste Veröffentlichung für eingefleischt Anhänger an den Mann bringt. Ein illustrer Zirkel von 50 Sammlerherzen darf sich über „Live at Lab.30“ im schicken DVD-Cardboard-Sleeve freuen – einem 22-minütigen Soundscape-Monolithen, den Fachnerds mittlerweile gerne mittlerweile mit „Dreamsludge“ umschreiben. Wie man es von Mastermind Aidan Baker kennt, schichtet er Tonschicht auf Tonschicht und erzeugt somit einen Klangkosmos fernab dieser Welt. Live kann das bei geschlossenen Augen Grenzen sprengen. „Denovali Swingfest“-Besucher kennen das bereits, sind süchtig und infiziert. (weiterlesen…)
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Stichworte: AIDAN BAKER, Attenuation Circuit, BLACK 64, NADJA, REZIS
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Montag, 2. September 2013
Mika Vainio von PAN SONIC ist in den letzten Jahren verstärkt solistisch unterwegs und neben seinen aktuellen Solo-Album „Kilo“ auf Blast First Petite gibt es parallel auf Touch eine Kollaboration mit seinem skandinavischen Kollegen Joachim Nordwall. (weiterlesen…)
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Stichworte: ALVARS ORKESTER, BLACK 64, BLAST FIRST PETITE, BRIGHTER DEATH NOW, EDITION MEGO, EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, IDEAL RECORDINGS, JOACHIM NORDWALL, JON WOZENCROFT, KID COMMANDO, MIKA VAINIO, PAN SONIC, REZIS, THE SKULL DEFEKTS, TOUCH
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Sonntag, 1. September 2013
Die HOLY SONS tragen die Last der Welt auf ihren Schultern, so viel ist bereits nach den ersten Minuten ihres schwermütigen Singer-Songwriter-Gitarrenpops klar. Zwei tiefe Männerstimmen murmeln melodiös ihre Nöte ins Mikrofon, musikalisch steht brummend und dröhnend die Bassgitarre im Vordergrund, die E-Gitarren kommen fast schon virtuos, aber deswegen nicht weniger schleppend zum Einsatz, und außerdem ist hier Leise mal wieder das neue Laut. Die HOLY SONS sehen sich zudem nicht gezwungen, sich zwischen Folkrockanleihen und dem Einsatz von Synthies zu entscheiden, ein Ansatz, der dem Album einen entschieden experimentellen Charakter verleiht. (weiterlesen…)
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Stichworte: BLACK 64, CARGO, GRAILS, HOLY SONS, IMPORTANT, OM, REZIS
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Sonntag, 1. September 2013
Trent Reznor entspannt sich und erfindet auf diesem Weg die Musik der NINE INCH NAILS neu – wer hätte daran noch geglaubt? In den vergangenen Jahren konnte ich mit NINs Output – von „With Teeth“ über „Year Zero“ bis zu „Ghosts“ – kaum noch etwas anfangen, denn Reznors Musik schien nurmehr aus der Variation dessen zu bestehen, was er mit so bahnbrechenden Werken wie „Pretty Hate Machine“ und „The Downward Spiral“ eigenhändig erfunden hatte. Danach kam mit „The Broken“ ein etwas unentschieden ausufernder wie halbherziger Versuch der Innovation, bevor NINE INCH NAILS zu ihren eigenen Nachlassverwaltern mutierten und dieselbe Platte immer wieder aufnahmen. Das betraf sowohl die Sounds (gesampelte Gitarren, harte Beats) als auch Stimme (brüll, keif) und Stimmung (alles auf der düsteren Skala zwischen aggressiv bis depressiv). Die Filmsoundtracks der NIN-Mitglieder klangen anders, doch die Musik zu „The Social Network“ beispielsweise geriet fast noch langweiliger als der Film selbst. Schon schien keine Aussicht mehr zu bestehen auf Inventur in Trent Reznors Industrial-Schrottplatz – da veröffentlichen NIN „Hesitation Marks“. (weiterlesen…)
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Stichworte: BLACK 64, NINE INCH NAILS, Null Corporation/Polydor/Universal, REZIS, TRENT REZNOR
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Sonntag, 1. September 2013
Was für eine Freude, MASSIVE ATTACK und FAITHLESS, wie sie auf „Sunday, 8pm“ klangen, sind gemeinsam zurückgekehrt, um den Trip Hop wieder aufleben zu lassen! Ach nein, stimmt ja gar nicht – LILACS & CHAMPAGNE klingen zwar wie die Heroen, die sich in der Musik auf „Danish & Blue“ spiegeln, doch das Personal ist ein anderes. Die Arbeitstechnik ist dennoch wohlbekannt: Es wird stilvoll von Klassik- und Jazzplatten gesampelt, dann kommen langsam getaktete Hip Hop-Beats drunter, und fertig ist die gefällige Musikuntermalung für ein gemütliches Sonntagsbrunch in der Dreier-WG. Jedenfalls haben wir damals sowas immer aufgelegt, wenn die Nacht lang und verraucht war und der Körper erst mal einen starken Kaffee brauchte, bevor der Tag beginnen konnte. (weiterlesen…)
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Stichworte: BLACK 64, GRAILS, HOLY SONS, LILACS & CHAMPAGNE, Mexican Summer, OM, REZIS
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Sonntag, 1. September 2013
Ambient muss nicht langweilig sein, und er besteht auch nicht nur aus Loops und endloser Wiederholung. Es scheint, als hätte KEN CAMDEN, Chicagoer Soundkünstler, eigens zwecks solcher Beweisführung E-Gitarre und Synthesizer angeworfen. „Space Mirror“ ist der perfekte Titel für die Platte, die er vorlegt, denn die sanften, melodiösen Soundscapes entführen den Hörer tatsächlich in schwerelose Sphären, ohne, was in diesem Genre immer droht, ins luftleere Vakuum der Beliebigkeit abzudriften. (weiterlesen…)
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Stichworte: BLACK 64, CARGO, KEN CAMDEN, KRANKY, REZIS
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