MOUNTAIN WITCH – s/t (12")

Die Berghexe jetzt zu dritt. Und verpackt ihre rau-kehligen Zaubersprüche mit einer Klammer archaischen Ambients, eingespielt auf einem Harmonium in einer alten Hütte im Bergwald; Musik, die verhindern soll, dass die Geräusche von draußen die Ohren der drinnen erreichen; Schutzzauber?

Coolerweise lässt sich die Hexe davon kaum beeindrucken und mischt mit lakonischer Haltung ihre knochentrockenen Ingredienzien zu ebensolchen Veitztänzen: rhythmisch vertrackt ohne den Groove zu verlieren, gerade so, dass es immer wieder neu klingt; anders. Die Saiteninstrumente extrem nah, bröckelig rauer Sound, genau so aufgenommen, wie es aus den Verstärkern kommt „recorded on cheap equipment but fine instruments“, dieser Back-Cover Hinweis passt. Wobei hier nichts „cheap“ klingt, sondern einfach dreckig (und übrigens nie Marke „überfett“, sondern organisch-brutal, wenn man[n + Frau] so will). Die Arrangements mit Tief-Riffing auf Einzelsaiten und sexy Stops (und doch wieder „go“, dann gern auch schneller).

Nach der ersten Mountain Witch, „Scythe and Dead Horse“, hatte ich mir sofort gewünscht, dass auch die nächste Platte nicht durch irgendeine als Weiterentwicklung begründete Reise in soundliche Banalitäten nervt, sondern die lakonische Haltung erhält; danke, dass es tatsächlich so geworden ist… sogar noch konzentrierter, irgendwie. Und da passt es doch perfekt, dass auch das Coverkonzept weitergeführt wird. Und die Hexe mehr von ihrem Gesicht zeigt… auch auf dem beiliegenden Poster.

Focussiert und lässig = geiler Krach

(N)