THE CHURCH OF SYNTH – s/T (LP/CD)

Der Projekt-Name des neuen Signings vom englischen Robot Elephant-Label sagt eigentlich schon alles – majestätische Keyboard-Flächen wie zu Zeiten der kosmischen Kuriere paaren sich hier mit den typisch für Witch House verlangsamten Clap-Hands-Beatbox-Rhythmen. Dazu gesellen sich noch absolut treffende Titelbezeichnungen wie „Das Dröhnen der Göttlichen Räder“ oder „Die Kathedrale der Ewigen Leere“, die ebenfalls von der Krautrock-Legende POPOL VUH oder den osteuropäischen AUTOPSIA stammen könnten. Dabei stört die göttlich-hymnische Atmosphäre hier kein nerviges B & C-Movie-Gequatsche im Stile der musikalisch ja nicht gerade sehr gesegneten (dafür aber meiner Meinung nach zu unrecht gehypten) MATER SUSPIRIA VISION, denn der hypnotisch-mächtige Sound hat genügend eigene Substanz zu bieten. Vielleicht rührt dieser Vorzug auch daher, dass der Macher hinter THE CHURCH OF SYNTH eigentlich aus der Techno-Szene kommt und bei diesen Projekt mit den alten Synthesizern seines Vaters experimentiert hat. Für mich stellt sich am Ende des Albums nur eine Frage: Wo kann ich in diese Kirche eintreten? Die CD-Version enthält zusätzlich zu den sechs regulären Album-Tracks noch zwei trippig-dronige Remixe von BURIAL HEX und OUROBONIC PLAGUE, wohingegen der auf 300 Exemplare limitierte Vinyl-Variante ein Download Code beiliegt, der einen weiteren Remix von THE HAXAN CLOAK beinhaltet. Deshalb bietet die LP-Version neben dem ureigenen haptischen Vorzügen (rotes Vinyl und mit Silberdruck-Cover) auch einen deutlichen Mehrwert und sollte bitte umgehend direkt beim Label in England geordert werden. (Marco Fiebag)