KODIAK – s/t (2CD)

2CD-Kompilation mit allem, was KODIAK bis Herbst 2011 veröffentlicht hat. Und: Vorsicht, das hier ist kein Review, sondern Werbung. Werbung, die, wenn es denn stimmt, dass sich Qualität ohnehin auch so durchsetzt, natürlich(?) eigentlich unnötig ist.

Den Auftakt bilden die beiden Teile des selbstbetitelten Debüts (“Beginning“/ “End“) und auch wenn seitdem schon einige Zeit vergangen ist: Die Ruhe und Kraft dieser VÖ ist weiterhin allgegenwärtig (und spätestens mit nochmaliger Erinnerung an die Tatsache, dass es sich um das damalige Debütalbum handelt, in der Qualität noch weit mehr zu loben). Beide Stücke (oder Teile eines Ganzen?) scheinen in jedem Augenblick auf den Ausbruch zu warten, der jedoch zu keinem Zeitpunkt tatsächlich erfolgt; die Spannung wird fast körperlich fühlbar (und fast zu einer echten Herausforderung für die Hörer). Dass die Harmonien dabei ebenso (nämlich harmonisch) bleiben (einschließlich des Intros durch Gast-Cellospielerin Emelie Molin), macht das alles nur noch doppelbödiger. Dazu die KODIAK-Hälfte der auf das Debüt folgenden ersten Split mit NADJA: Dunkler und härter (auch im Sound), zunächst als das Debüt auf Monolithen setzend, die sich im Mittelpart in die abwartende Fast-Stille zurückziehen, nur um gegen Ende als spröde Walze die Hörer zu überrollen. Einschließlich abstrakt-end-riffing.

“By The Sea“, die #4, bisher (in kürzerer Form?) auf einem französischen Sampler veröffentlicht, setzt sich durch Geschwindigkeit und oktavierten Gitarrensound deutlich ab; Höhepunkt ist in jedem Fall, das sich immer weiter hochschraubende end-riffing – fast wie eine sich mehr und mehr überdrehende Sirene… #1/Disk 2: der Beitrag von der Split mit BLACK SHAPE OF NEXUS:  Noise-Beginn und das kranke Piano lassen alles noch viel dunkler und böser klingen als jedes der vorangegangenen Stücke; der ultra-langsame Killer-riff macht es dann fast noch klaustrophobischer, die Auflösung kann allem sogar noch die Krone aufsetzen, bis hierhin das eindeutig düsterste Stück auf dieser Kompilation und perfekte Überleitung zu “Xenon“, Stück #1 der neuen KODIAK LP-Kollaboration mit N (= mir), die als separater Vinyl-only-Release mit eigenständigem Artwork erhältlich ist und hier als CD-Release den Abschluss der Kompilation bildet.

“Xenon“ ist Drone, in der ersten Hälfte, mit schiebenden Bassflächen. Erst danach bäumt sich das Stück auf und rollt als tief verzerrtes Monster über die Hörer, wobei die anfangs dominierende, krude Melodie immer weiter in Noise zerfällt und schließlich als Feedbackstrom zwischen Bassbrocken versiegt. “Radon“, Stück #2, kontrastiert den lang ausgezogenen Fluss des Vorgängers mit einem fast upfront Beginn und einem Fall in ein kurz vor dem Zerfall stehendes Riffing, das sich in eine schwere Walze wandelt, nur um wieder auf sich selbst zurück zu kommen und doch zu zerfallen? Was zunächst wie eine echohafte Coda erscheint, kleidet „Radon“ schließlich noch einmal völlig neu: In einen Aufbruch aus den Schatten, durch die umhüllenden Noiseberge hindurch… Cut. Aus. Nicht zuletzt aufgrund meiner Beteiligung an den beiden Endstücken sicherlich kein objektiver Review; aber, wenn es stören sollte: überzeugt euch doch selbst…

(N)