THIS MORN‘ OMINA – L’Unification Des Forces Opposantes (2CDs)

Ehrlich gesagt, habe ich bei THIS MORN‘ OMINA zwischen den ganzen Trilogien, externen EPs, Wiederveröffentlichungen und Besetzungswechseln ein wenig den Faden verloren, jedoch eines fiel mir zum Anfang des neuen Doppel-Albums gleich auf: Irgendwas ist hier anders! Nicht dass THIS MORN‘ OMINA zum Ende ihrer „Nyan“-Trilogie bzw. 8 Jahre später die Luft ausgegangen wäre, aber gerade der Opener „Tanasukh“ tönt vom Rhythmus her so gar nicht nach dem belgischen Projekt, aber doch mir irgendwie bekannt und vertraut. Ein Blick in das Booklet lüftet dann das Geheimnis, denn der Track ist eine Zusammenarbeit mit P.A.L und somit ein ganz seltenes Lebenszeichen des bayrischen Pioniers für rhythmischen Industrial aus den 90er Jahre. Danach geht es mit dem typisch stampfend-berauschenden Tribal Goa Trance-Sound und atmosphärisch dichten Ethno-Einschüben in eher gewohnten Bahnen weiter, wenn auch deutlich mehr Vocals sowie Sprach-Samples und Electro-Einflüsse integriert wurden, die ja schon bei der letzten EP „Momentum Of Singular Clarity“ Einzug hielten. Qualitativ wie quantitativ bieten die beiden CDs ein rituell-groovig-rhythmisches Feuerwerk der gehobenen Klasse, welches selbst genreübergreifend für reichlich Aufmerksamkeit sorgen sollte. Dass übrigens Ant-Zen seit längerem auch mit der Zeit gehen, beweist die die physische Doppel-CD-Veröffentlichung von „L’unification des forces opposantes“ flankiernde Digital-EP mit kürzeren Edit-Versionen von ausgewählten 5 Tracks für die Clubs. Trotzdem ist und bleibt THIS MORN‘ OMINA auch ein repetiv hämmernder Fiebertraum für Zuhause, der einen unweigerlich in eine unruhig-pulsierende Trance versetzt. Man darf gespannt sein, wie es nach dem Ende der „Nyan“-Trilogie mit dem Projekt weiter geht. (Marco Fiebag)