HAUJOBB – Dead Market (EPCD)

HAUJOBB sind zurück und obwohl der Markt dafür eigentlich tot ist, zelebriert das Duo seine Rückkehr mit einem physischen Tonträger bzw. einer EPCD. Der Titelsong geht dementsprechend deutlich Back To The Roots und klingt (für meine Ohren) mit seinen wuchtig-schleppenden wie zackigen Electro-Rhythmen irgendwie in Richtung FRONT 242. Dies mag umso mehr verwundern, da HAUJOBB in der Vergangenheit immer innovativ und fortschrittlich klangen, ihnen das aber von der Zielgruppe kommerziell gesehen leider nie gedankt wurde. Dafür ist „Dead Market“ eher nicht „tanzbar“ bzw. keine typische Clubnummer im aktuellen Sinne, sondern bietet verschachtelte EBM-Sounds der Ende 80er/Anfang 90er-Ära im modernen Gewand. Der Song braucht schon so einige Durchläufe bis er richtig zündet, aber dann dafür umso gewaltiger und ist schließlich kaum noch aus dem Ohr zu kriegen. Niemand geringeres als Paul Kendall von Mute Records war übrigens für den Mix zuständig und diese hochkarätige Zusammenarbeit basiert sicher auf der ARCHITECT/RECOIL-Verbindung. Der folgende Extended Remix durch HAUJOBB selbst greift die gute alte Tradition der Maxi-Kultur aus den 80er Jahre auf und veredelt „Dead Market“ um einige Längen und diverse Sounds, welche an eine typische DEPECHE MODE-Extended Version aus dieser Zeit erinnern. Ebenfalls sehr gelungen der Dub-Mix von Paul Kendall, wie auch der zweite neue Track „Letting The Demons Sleep“, der hier im Nightmare-Remix durch HAUJOBB vorliegt und im Original schon länger durch das Internet geisterte. Dieser ist noch komplizierter strukturiert als „Dead Market“ und entfaltet seine hämmernde Dominanz erst sehr spät, aber dann so richtig hypnotisch. Eigentlich könnte an dieser Stelle die EP schon zu Ende sein, aber es sind auf ihr noch vier weitere Remix-Interpretationen vom Titel-Track durch THE HORRORIST, EXES, NOMENKLATÜR und ABSOLUTE BODY CONTROL enthalten, welche zwar einen gewissen quantitativen Mehrwert bieten, aber letztendlich auch verzichtbar sind. Neben der regulären Jewel-Case-Auflage ist von der EP auch eine auf 500 Stück limitierte Edition in verschweißter Sonderfolie erschienen, die zusätzlich einen Aufnäher und Sticker enthält. (Marco Fiebag)