OMEGA LITHIUM – Kinetik (CD)

Nachdem vor zwei Jahren die Kroaten von OMEGA LITHIUM mit ihrem düsteren Debüt-Album „Dreams In Formaline“ zumindest ein kleines Achtungszeichen setzten konnten, gibt die Truppe um Frontamazone Mya Mortenssen mit dem Nachfolger so richtig Gas. Das Album trumpft gleich von Anfang an mit bombastischen Chören, harten Riffs und stampfend-treibenden Drums auf und macht es zu einem Highlight im aktuellen Cyber Industrial Gothic Metal-Zirkus. Hauptohrenmerk liegt dabei natürlich auf dem kräftig-fauchenden Organ von Mya, die beim letzten Song „Pjesma“ sogar in ihrer Landessprache singt – bitte unbedingt mehr davon! Irgendwie musste ich bei dem berauschend-kraftvollen wie gnadenlos knüppelnden Sound zufällig an die ähnlich gelagerten Slowenen von COPTIC RAIN denken, welche in den 90ern bei Dynamica 4 CDs veröffentlicht haben und danach leider in der Versenkung verschwunden sind. Der Kopf des Duos (Pete Penko) hat später für LAIBACH deren Metal-Album „Jesus Christ Superstar“ produziert und taucht nun auch bei OMEGA LITHIUM im Kleingedruckten auf. Kann das Zufall sein? Zwar klingen gerade die melodischen Breitwand-Hooks bei den 12 Songs auf „Kinetik“ verdächtig nach den 80ern bzw. einer Jim Steinman-Produktion, was aber nichts Schlechtes bedeuten muss, denn neben dem fetten MEAT LOAF verdanken wir ja dem Mann schließlich auch den Klassiker „Floodland“ von THE SISTERS OF MERCY! OMEGA LITHIUM legen mit „Kinetik“ ein grandioses Dance-Metal-Album ab, welches kaum Wünsche offen lässt und hoffentlich noch lange nachhallen wird. (Marco Fiebag)