SANDOW – Kiong – Gefährten der Liebe (CD)

Nach vielen Jahren sind SANDOW endlich zurück, doch die Zeit des Schweigens und der Besinnung hat der legendären ostdeutschen Band nicht geschadet, sondern eher wieder so richtig Lust auf das gemeinsame musizieren gemacht. Das dabei SANDOW auf ihrem Comeback-Album nicht einfach nur bewährtes wie altes wiederholen würden, müßte mit etwas Kenntnis ihrer Geschichte allen klar sein und wer im Jahre 2007 immer noch ihrer mißverstandenen Wende-Hymne „Born in GDR“ nachtrauert, sollte vielleicht die Finger von dieser CD lassen. Zwar spielen sie nach jahrzehntelanger Weigerung diesen Song inzwischen wieder Live, aber in einer völlig neuen und vor allem sehr groovigen Version, die auch den musikalischen Grundtenor von „Kiong – Gefährten der Liebe“ sehr gut wiedergibt. Ungewöhnlich elektronisch und irgendwie poppig ist die neue Ausrichtung der Songs, welche von Trip Hop, Drum’n Bass und Break-Beats geprägt sind, aber auch wieder die Gitarren so richtig krachen lassen. Textlich könnte man fast meinen, das Chef-Zyniker Kai-Uwe Kohlschmidt altersmilde geworden ist, denn das beherrschende Thema ist die Liebe, aber wer die Band auf ihrer aktuellen Tour Live gesehen hat, weiß um den Biß mit Widerhaken, der auf dem Album nur bei „Krieg“ und „Bastard“ richtig offensichtlich zum tragen kommt. Gerade aber mit jedem hören gewinnt das Album immer mehr an Tiefe und Brillanz, was ja am Ende Eigenschaften sind, die ein gutes Album ausmachen. Mit „Kiong – Gefährten der Liebe“ haben SANDOW letztendlich ein vordergründig eingängiges Werk geschaffen, welches aber subtil nachwirkt und eine ungemeine Langzeitwirkung entfaltet. (M.F.)