V.A. – We`re Punch Addicted (CD)

Man ist ja von Veröffentlichungen des italienischen “Punch” Labels fast schon verwöhnt, was die Aufmachung angeht, aber auch dieser in einem ’normalen’ Jewelcase erscheinende Labelsampler gefällt mit einer ansprechenden Gestaltung, zumal die allermeisten Bilder geschmackssicher sind.

Sehr rhythmisch und eigentlich gleich zum Mitsingen einladend geht es mit COMANDO SUZIE los, die einen wie ich finde typischen Punch-Sound haben, was heißt, das sie am ehesten mit NOVY SVET zu vergleichen sind, die ja damals auch auf der allerersten Punch-Veröffentlichung, einer Split-7“ mit AIT! zu hören waren. Mit eben jenen – AIT! – geht es dann auch auch weiter, die einiges an Geschwindigkeit zulegen und Richtung Tanz- (oder doch eher Marschier-?) bein zielen. Die nächsten beiden Projekte sagten mir bisher nichts, aber auch das elektronische und verschachtelt vor sich hin dudelnde „Psycho Baby“ und die „Android Emotions“ gefallen und lassen einen recht vergnügt mitwippen, zumal der Sound auch zum (T)RUR-Label passen würde, was ein deutliches Kompliment sein soll. Längen gibt es auf dieser Veröffentlichung keine, ich möchte jetzt aber auch nicht auf jedes Lied eingehen: Sehr gefreut habe ich mich, mal wieder was von DIVINE MUZAK zu hören, die hier einen sehr gelungenen Track beisteuern, der zunächst nach Tarantino-Soundtrack klingt und einem dann einmal mehr ans Tanzen gemahnt. Erwähnenswert auch der wirklich ’sexy’ Akzent der Sängerin. Auch O PARADIS liefert wieder Qualitätsware ab, wobei es mich immer wieder fasziniert, wie sehr mir dieser melancholische Gesang gefällt, von dem ich so wenig verstehe – und mit dem ja auch nicht in jedem Stück das Rad neu erfunden wird. MUSHROOM’S PATIENCE brauchen ja keine Vorstellung, ihr „Morel“ ist still und verträumt und gönnt einem mal ein paar Minuten zum Entspannen, bevor 1997EV dann recht laut und aufdringlich werden, ohne einen wirklich vom Sockel zu hauen. Neben TERRORITMO erklingen dann am Ende LUFTWAFFE mit „Killkorps“, die wieder mal ein wirklich martialisches Stück abliefern, an dem jeder BOYD RICE Freund (und womöglich ein paar Martinitrinker) ihre Freude haben werden. Nicht lustig, aber schön. Den Abschluss bildet eine Soundcollage der mir unbekannten SMRT I CEKIC und ob die jetzt das nächste große Ding von PUNCH Records werden, weiß ich echt nicht… Alles in allem aber wirklich ein guter Sampler, 18 Bands und 18 Titel, die nicht nur einen guten Überblick über ein interessantes Label liefern, sondern in jedem Fall auch einfach Spaß machen, sie sich anzuhören. (KMF)