KRAKEN – Strop (CD)

Seit nun über 10 Jahren geht das Duo KRAKEN aus Belgien ihrer Vision des perfekten Unterwasser-Ambient-Sounds nach und auf ihrem Weg trieben dabei schon insgesamt 6 Alben an uns vorrüber. Bisher veröffentlichte man immer beim einheimischen Spectre-Label, welches inzwischen aber eine Pause zum „Luft holen“ benötigt, und man auf Raubbau aus Berlin ausweicht, wie übrigens auch schon zuvor das ähnlich agierende Kollegen vom THE (LAW-RAH) COLLECTIVE. Die aktuelle CD „Strop“ spinnt nun den Faden des Unterwasser-Sounds zur Perfektion und mich erinnert das Ganze immer an den Lars von Trier-Film „Europa“. Insbesondere dessen eindrucksvolle Schlusssequenz, wo der Zug mit dem Hauptdarsteller nach einem Attentat im Fluss versinkt und in einer fast surrealen Atmosphäre Leichen und Kadaver in Zeitlupe am Betrachter vorüber ziehen. Auch der unregelmäßige Wechsel im Film zwischen schwarz/weiß und Farbe gibt den Klang des Albums ganz gut wieder, auf dem übrigens nun vermehrt akustische Instrumente wie Klavier und Akkordeon zum Einsatz kommen. Geblieben dafür die Vielzahl verschiedenster undefinierbarer Geräusche, welche eine seltsam unbeteiligte Stimmung erzeugen, der man sich aber wie unter Hypnose nicht zu entziehen vermag. Nie war ertrinken zwingender und somit ist „Strop“ ein wirklich sehr stimmiges Hörbild, vorausgesetzt, man ist geneigt, im Trüben zu fischen. (M.Fiebag)