BRIAN ENO / DAVID BYRNE – Everthing that happens will happen today (CD)

Das letzte gemeinsame Album von BRIAN ENO und DAVID BYRNE resultiert aus dem Jahre 1981 und hieß „My Life in the Bush of Ghosts“ und es wurde von ENO sehr experimentell gestaltet, z.b. mit avangardistische Elektronika, Tribal Beats, bizzaren Samples und leicht Ethno angehauchten Klanglandschaften, die aber optimal zu den Sangeskünsten eines David Byrne paßten.

Die beiden Protagonisten, die zu diesem Projekt nach 25 Jahren wieder zueinander gefunden haben, sind natürlich in der Musikwelt keine Unbekannten, auf der einen Seite DAVID BYRNE der Mastermind und Ex Frontman von den TALKING HEADS, einer Band die eher in den 80er Jahren einige Hits aufzuweisen hatte und dann natürlich BRIAN ENO – seiner Eigenauskunft nach, bezeichnet er sich als „Nichtmusiker“ veröffentlicht aber seit ca. 28 jahren Musikplatten und war Mitbegründer der legenderen ROXY MUSIK im Jahr 1971 mit BRYAN FERRY die er aber nach 2 Alben verließ, um dann mit ROBERT FRIPP und später mit DANIEL LANOIS, HAROLD BUDD oder ROBIN GUTHRIE völlig neue Soundcollagen „Landschaften zum Zuhören“ zu entwickeln. Nach einigen Soloalben veröffentlichte BRIAN ENO dann 1978 die Platte „“Music for Airports“ mit der er den Musikstil Ambient  begründete und seit 1977 wurde er dann auch als Produzent tätig. ENO produzierte u.a. Alben von DAVID BOWIE, ULTRAVOX, TALKING HEADS, JAMES, U2 – The „Joshua Tree“ – diesem Album von U2 wurde sogar der Grammy verliehen und ENO selber bekam 1984 einen Award vom britischen Radiosender „Radio 1 “ verliehen,  für „Continuing Innovation in Music“! Nun also zur neuen Koproduktion der beiden Klanges und Gesangskünstler, doch wer hier dasselbe oder ein ebenso gleich geartetes Muster wie bei der Platte aus dem Jahr 1981 erwartet, wird  etwas entäuscht. Die beiden Ikonen haben wohl in der Zwischenzeit jede Menge neue Einflüsse in ihr musikalisches Reportaire aufgenommen denn die 11 Tracks sprühen zwar voller positiver Energie und Ideen, sind aber ihrer Zeit nicht mehr voraus. Klar steht wie immer der emotionale Gesang von DAVID BYRNE im Vordergund, aber die technischen Arrangements sind diesmal nicht unbedingt das unmittelbare Highlight der beiden. Was wirklich auffällt sind die von BRIAN ENO eingestreuten elektronischen Gospel Elemente und Tracks wie „Home „/“ My big nurse“oder „The Nurse“ sind weichgespülte Songs und damit sind die beiden dann doch ein klein wenig über das angestrebte Ziel hinausgeschossen. Auf der anderen Seite gibt es dann wieder Titel wie „I feel my stuff“ / „Life is long“ oder das grandiose „poor Boy“ hier wurde wieder die wahre Maßarbeit  des Künstlerduos offenbar,  denn diese Songs sind fantastisch arangiert. Denke aber die Platte bedient eindeutig mehrere Geschmäcker und es ist wieder ein wohlklingendes Werk geworden. (SVE)