Mit der mexikanischen Musikerin Amanda Acevedo scheint Mick Harvey jetzt endlich wieder eine kongeniale Partnerin gefunden zu haben, denn „Psychedelia In White“ ist schon das dritte gemeinsame Album der beiden innerhalb kürzester Zeit. Bestanden das Debüt „Phantasmagoria In Blue“ und der Nachfolger „Golden Mirrors“ im überwiegenden Teil noch aus Coverversionen, hat sich nun auf „Psychedelia In White“ der Anteil hin zu deutlich mehr eigenen Songs verschoben. Dieser beträgt jetzt insgesamt 7 neue eigene Songs + 3 Interpretationen von PJ Harvey, Silvio Rodríguez und José Maria Cano, wobei letztere in unseren Breitengraden eher unbekannt sein dürften und der Song von PJ Harvey ursprünglich 2007 von ihr für Mick Harvey bzw. dessen Album „Two Of Diamonds“ geschrieben wurde und er sich hier somit quasi selber covert. Keine Coverversion, sondern eine sehr schöne Hommage an Marc Bolan/T.REX ist der „Song For Aurora“, welcher sich auch hervorragend für den weiter fusionierten Sound des Albums als Beispiel anbietet. Diese wurde gegenüber den beiden Vorgänger-Alben durch eine deutlich breitere Instrumentierung etwas mehr in Richtung Psychedelia Rock gelenkt, ohne jedoch dabei die für Mick Harvey typische schwelgerisch folkigen Melancholie zu vernachlässigen. Sehr schön auch wieder der sich hervorragend ergänzende Duo-Gesang von Amanda und Mick, welcher ein weiteres Mal an seine Vorliebe für die großen Duette von Serge Gainsbourg oder Lee Hazlewood erinnert. Die besondere Note bringt immer noch seine inzwischen altersbedingt wacklige Stimme im Zusammenspiel mit der wesentlich kräftigeren Stimme seiner Partnerin ein, die mich wiedermal an Anna Calvi denken lässt. „Psychedelia In White“ ist ein wunderbares Album geworden, dessen arg kitschiges Cover mir allerdings nicht so recht passen will, aber das hatten wir ja auch schon bei „Phantasmagoria In Blue“ und irgendwas ist ja immer. (Marco Fiebag)
Format: LP/CD |
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