Da ich die Woche wieder mal in einige Art/Postrock / Britpop-Bands reingehört hatte, kommt diese CD gerade richtig. Die Gitarrenrockband BODEGA, um die es hier geht und die ich bisher gar nicht kannte, war wohl früher mal eher im Punkrock beheimatet und die erste 3 Alben klangen wohl auch dementsprechend. Davon haben sie sich aber auf der neuen Veröffentlichung offensichtlich verabschiedet, weil ich die Gruppe auf den ersten Blick eher mit Bands wie BLUR, GENE, OASIS, ELASTICA, DIIV, SHED SEVEN, SUPERGRASS, SUEDE, THE CHARLATANS, ASH oder JOHNNY MARR in Verbindung bringen würde.
Klar das hier und da noch etwas GREEN DAY durch die Klanglandschaften blitzt, aber selbst das eher im verhaltenen Maße. Der Bandname ist übrigens von dem Begriff für kleine Kioske in New York City, wo die Gruppe auch herkommt, übernommen und verwendet worden und 2018 haben sie ihr erstes Album veröffentlicht. „Ich habe uns auch nie als richtige Punk Band gesehen, sondern eher als konzeptionelle Rockband, aber es geht ja auch immer ums Songwriting“ sagte BEN HOZIE, Sänger, Frontmann und Gitarrist bei BODEGA, da die bisherigen Alben mit TALKING HEADS, B52s, DEVO und SONIC YOUTH verglichen wurden. Nun kommen die Sound-Landschaften u.a. also eher von den oben genannten Bands, denn das Ziel der Gruppe war, das sie zu den melodischen Songs zurückkehren, um wieder als richtige Rockband wahrgenommen zu werden. Daher geht es dann jetzt auch noch etwas in Richtung späte 80/90er, STONE ROSES, JANE`S ADDICTION-Einflüsse und dadurch haben BODEGA wieder mehr Gitarren-Solos und mehr catchy Riff-Einlagen im Sound-Gerüst und die passend, tragende Power Rockstimme von HOZIE tut ihr übriges dazu. Auffallend ist z.b. auch die Coverversion von BOB DYLAN’s“Slow Train“, dem Titelsong eines seiner Alben aus 1979, das als radikaler Uptempo Song mit fetter Hookline „Pick up the Check“ oder dem sehr eingängigen, relaxten „Literary World“ sind filmisch äußerst professionell umgesetzt worden und gerade zum zweit genannten Track sagte HOZIE : „Wenn es einen Song gibt, der das Thema des Albums auf den Punkt bringt, dann wäre es genau der Titel, es ist zwar ein verspielter Song, aber eigentlich geht es darin darum, dass es uns nicht an politischen Bewusstsein mangelt, da die Welt seit 2016 politisches Bewusstsein entwickelt hatte, sondern an literarischem oder poetischen Bewusstsein. Eine literarische Perspektive ist eine empathische Sicht, denn als Autor muss man die Denkweise seiner Protagonisten verstehen, selbst wenn es sich um die schlimmsten Charaktere handelt“! Ein schöneres Schlusswort kann es nicht geben. Gönnt Euch diese Rockkapelle mit ihren aussagekräftigen Songs, für alle Fans der genannten Bands einfach ein Muß. (S.Erichsen)
Format: CD / LP |
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