Zum Thema DEUTSCH AMERIKANISCHE FREUNDSCHAFT bzw. kurz DAF bedarf es hier sicher keiner großen Vorrede und ich kann ohne Umschweife gleich zur Sache kommen. Als im März 2020 Gabi Delgado überraschend und viel zu früh mit nur 61 Jahren auf dem Tacho verstorben war, wurde das für Robert Görl zu einem unerwarteten Problem. Obwohl man nie richtige Freunde war, waren beide immer aufeinander angewiesen, denn nur unter der Formel DAF funktionierte das Ganze und man konnte so über die Runden kommen. Wenn es mal wieder knapp wurde, gab es einfach eine neue Live-Tour und so hatte man sein Auskommen, ohne miteinander ins Studio zu müssen. Nach dem Tod von Delgado wurde Görl nun (nicht zum ersten Mal) „der Stöpsel in der Badewanne gezogen“ und er musste handeln. Aus alten bisher unveröffentlichten DAF-Basic-Demos wurde schnell noch ein Album zusammengeschustert, welches außer dem wirklich originellen Titel „Nur einer noch“ leider eine große Enttäuschung, und ja, fast Ärgernis war. Die alten Rhythmen und Sequenzen passten einfach nicht mit der bayrischen Stimmfärbung von Görl zueinander, obwohl ich diese an sich gar nicht mal schlecht finde und definitiv ihren Reiz hat. Scheinbar gab es dann auch mit den Erben von Delgado Ärger, welcher ja die Rechte am Namen der DAF hatte und man die Verwendung dessen Görl verbot. Eine Autobiografie und Schlaganfall später jetzt ein neuer Anlauf zusammen mit seiner Partnerin Sylvie Marks unter dem Banner GÖRL und siehe da, es funktioniert wesentlich besser als gedacht! Zwar gibt es auf „Dark Silver Moon Light“ ebenso ein paar dieser typischen kühl-strengen DAF-Tracks, nur eben das diesmal die eher weiche Stimme von Görl sich besser einfügt. Das Pfund des Albums sind meiner Meinung nach jedoch die mehr atmosphärisch wabernden Stücke, wie zum Beispiel der Titeltrack oder „Der Fluss“ und „Wir brechen aus“. „Don’t Stay At Home“ erinnert dann sogar an sein 84er Solo-Album „Night Full Of Tension“ und somit irgendwie auch an Bowie! Mit einer Gesamtlaufzeit von deutlich unter 40 Minuten weißt das Album keine Längen auf und steht so wiederum ganz in der Tradition der alten DAF-Klassiker, wie auch das Cover-Foto an diese ikonische Ära erinnert. So schlägt „Dark Silver Moon Light“ gelungen die Brücke zwischen Vergangenheit und Aufbruch, wie es letztendlich einen gelungenen Neuanfang darstellt! (Marco Fiebag)
Format: LP/CD |
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