OBJECT X – Heart Over Matter (Digital)

Ein Vater/Tochter-Projekt aus Nevada. Songs im Spannungsfeld klassischer Wave-Pop-Klänge, Shoegaze, Dream Pop und vielen fließend/ätherischen Indie Pop-Nuancen. Sechs eher längere Songs, die vor allem durch den lieblich-verträumten weiblichen Gesang an die guten alten Zeiten denken lassen: 4AD, The Sundays, the Moon Seven Times und die Sad Lovers and Giants uvm. sind alles unverkennbare Echos im Sound der Amis. Unscheinbare, simple Indie-Pop Hymnen wie ‚Everything And Nothing‘ oder ‚Present At The Creation‘ brillieren gerade wegen ihrer einfachen, aber durchdringenden Sprache, die perfekt für den Flow durch weite, leere Landstriche wie geschaffen sind. Ein sehr klarer, gut produzierter Sound öffnet sich hier für Hörer zwischen alternativem Pop, Wave und Shoegaze und gerade im Duett gesungene Perlen wie ‚Long Long Road‘ wissen ob ihrer sanften Melancholie und der Laufzeit von knapp 10 Minuten hervorragend einzulullen, laden geradezu ein, diese friedlichen, sich harmonisch anfühlenden Traumwelten für sich zu entdecken. Dieses unspektakuläre berührt, ist melodisch, aber unaufdringlich, irgendwie romantisch, schön und sensibel und nicht so weit weg von der spröden Eleganz der Sad Lovers and Giants. ‚Dancing In A Dream‘ ist mein persönlicher Hit, weiß mit perlenden tanzbaren Wave-Gitarren, hypnotischen Synths und nach vorne preschender Einfachheit zu punkten. Der Rausschmeisser ‚Between The Lines‘ rollt nochmal Richtung Sonnenuntergangs-Szenario, hat einige Anleihen so mancher Desert Pop-Grandezza der großen Genre-Vertreter wie den Walkabouts, Mark Lanegan oder Mazzy Star. Eine intime kleine Welt tut sich auf in „Heart Over Matter“, sie kommt eher vorsichtig, sanft und entspannt durch die Boxen, ist liebevoll stressfrei und entrückt und weiß trotzdem mit einer vorsichtigen Zurschaustellung von Melancholie und Bildern von Weite und Ruhe Kontakt herzustellen. Weit entfernt von Mainstream und Perfektion, mit sphärischen Synths und simplen, eingängigen Rhythmen eine weitere Kleinod-Empfehlung.

(Rajko Bärs)

Format: Digital
 

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