SHANE EMBURY – Bridge To Resolution (CD / LP)

Spannend, was Napalm Death-Bassist Shane Embury in seiner Covid-Auszeit an kreativer Energie entwickelte und mit „Bridge To Resolution“ auf den Markt wirft. Gespeist aus der Kraft und Energie des hymnischen Post Punk/Wave, den dunklen Crossover der 90s und allerhand dystopische Elektronik mit psychedelischer Heavyness und man kommt hier dem Endergebnis relativ nahe. Jazz Coleman/Killing Joke, frühe Ministry und Bands wie Misery Loves Co. fallen mir zu diesen Klängen immer wieder ein. Vocals – die oft verfremdet psychedelisch agieren – poppige Melodien, Samples und krachige Industrial Pop/Rock-Arrangements und fertig ist der kurzweilige Mix für den Stil-offenen Hörer. Songs wie der Titel-Track oder das lange ‚The Gift Of Shame..‘ arbeiten mit hypnotisch/schleppenden Grooves und weichen Vocals, vereinen die Melancholie von Wave, alternativem Dark Pop und härterem Crossover. Der Sound wirkt nie zu steril, stattdessen weiß ein doch relativ organisches Setting den elektronischen Dark Rock ein emotionales Korsett zu verleihen, bei dem gerade in den atmosphärischen Stücken ordentlich Melancholie durch die Boxen rauscht. ‚Thorns In Despair‘ erinnert mich gesanglich an Rhys Fulber von Frontline Assembly, nur das statt klassischem EBM hier mit poppiger Melodik, dystopisch-psychedelischen Frequenzen zwar ein ähnlich endzeitliches Szenario offeriert wird, dies mit anderen, sehr eigenwilligen Mitteln musiziert wird. Shane Embury hat mit „Bridge..“ einen sehr eigenständigen, speziellen Ansatz definiert, der auf mannigfaltige Weise krachigen Düster Pop mit viel elektronischer Spielerei kombiniert. Ein trippiger, gazend hymnischer Song wie ‚How To Corrode Memories‘ reiht sich perfekt neben Bands wie Drab Majesty und macht aus dieser Platte aus meiner bescheidenen Sicht ein feines dunkles Kleinod.

(Rajko Bärs)

Format: CD / LP
Vertrieb: Extrinsic Recordings
 

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