Ich weiß es noch ganz genau: Es war am Himmelfahrtstag 2015 und statt mit dem Bollerwagen marodierend durch die Gegend zu ziehen, fuhren wir nach Dresden in die Neustadt, um dort im Sabotage irgendeine dänische Post Punk-Band Live zu erleben. Als wir im dunklen Kellerclub den schweren Vorhang im Konzertgewölbe beiseite schoben, schepperten genau in diesem Moment THE FOREIGN RESORT los und gleich vom ersten Moment an wusste ich, dass dieses Trio genau unser Ding ist. Die mir bis dato unbekannten Dänen rockten den Keller und waren dabei sogar noch richtig sympathisch. Im Anschluss kaufte ich natürlich alle verfügbaren Tonträger der Band am Merchandise und blieb seit dem mit der Band im Kontakt. Das Sabotage gab es dann nicht mehr lange, aber THE FOREIGN RESORT bewiesen einen längeren Atem und sind vor allem Live sehr aktiv geblieben. Man war sich dabei nie zu schade für private Wohnzimmer-Konzerte oder unzählige Supports für Szene-Größen mit wenig Gage. Die Jungs hatten einfach Bock auf Live spielen, was man ihnen auch anmerkte. Sie waren immer gut drauf und Publikums nah zog man Land auf und Land ab durch die kleinen Clubs, stand aber auch schon mal auf großen Festival-Bühnen oder absolvierte sogar regelmäßig Amerika-Tourneen, bis dieses Kapitel wegen dem gefährlichen Clown im Weißen Haus beendet wurde. Nun war es aber auch so, dass die Veröffentlichungen von THE FOREIGN RESORT zwar gut waren und ebenso super klangen, jedoch nie so richtig die dynamische Live-Power der Band widerspiegelten. Dies hat sich jetzt aber mit „Endurance“ endlich geändert, denn herrlich schneidend klirren die Gitarren zum forsch-galoppierenden Rhythmus aus Bass und Drums. Zum einen mag das sicher daran liegen, das die 10 „neuen“ Songs seit Jahren Live erprobt sind und zum anderen, dass diesmal im Studio das richtige Schlagzeug zum Einsatz kam, wie die sonst so dominante elektronische Unterstützung deutlich reduziert wurde. Außerdem sind THE FOREIGN RESORT auf „Endurance“ so einige fesche Hooklines und prägnante Melodie-Riffs gelungen, über denen Frontmann Mikkel’s Robert Smith-Gedächtnis-Stimme ein weiteres passendes Element zwischen treibender Hast und wehmütiger Melancholie liefert. Ihr merkt, ich liebe diese Band wirklich und „Endurance“ liefert jetzt noch 10 absolute Post Punk-Hits dazu, weshalb das Album neben dem neuen Opus von INTERPOL zu meine absoluten Top-Favoriten des Jahres gehört! (Marco Fiebag)
Format: LP/CD |
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