TRICKY – Different When It’s Silence (LP/CD)

Es ist ja nicht so, das TRICKY als Ausbund von Fröhlichkeit bekannt ist und seit Anbeginn seiner Karriere, welche er noch im Gefolge von MASSIVE ATTACK startete, beschritt er meist den dunklen Pfad des Trip Hop. Nach dem großen Erfolg seines ersten Solo-Albums „Maxinquaye“ verweigerte er sich mit den folgenden Werken konsequent dem Mainstream, experimentierte mit den verschiedensten Stilen, wie die Stimmung, mal abgesehen von wenigen Lichtblicken, immer düsterer wurde. Als 2019 seine Tochter Mina Mazy Topley-Bird mit nur 24 Jahren starb, erwartete man ein Jahr später deshalb beim darauf folgenden Album „Fall To Pieces“ eigentlich eine pechschwarze Nachtfahrt. Überraschenderweise wurde es sein zugänglichstes Album seit langem, welches sogar an sein einflussreiches Debüt erinnerte, wo ja auch Martina Topley-Bird, die Mutter seiner Tochter, gesanglich massiv präsent war. Sechs Jahre später ist nun jedoch mit „Different When It’s Silence“ die schlechte Laune zurück und TRICKY rotzt 14 rudimentäre Tracks in gerade mal 41 Minuten raus. Diese sind allesamt radikal minimal arrangiert bzw. nur auf das Nötigste beschränkt. TRICKY selbst tritt dabei kaum in Erscheinung und knurrt nur grummelnd-mürrisch im Background herum. Neben den Gästen RUN RED RAMBO, RADANA, Marta und Christian Pattemore trägt deshalb Mitch Sanders mit seinem hohen Falsett die vokale Hauptlast, um den „Schmerz im Inneren“ nach außen zu kehren. Das erinnert vom Stil her an den leider schon 2015 verstorbenen Cavin Clark, der ja auf einigen Alben der Rock-Phase von UNKLE mitgewirkt hat. Es braucht schon einige Durchläufe, um die spröde Schale von „Different When It’s Silence“ mit seinem bis auf das Skelett reduzierten Dark Trip Hop Rock zu knacken. Wenn dies allerdings einmal gelungen ist, funkeln im Kern des dunklen Albums so einige ungeschliffene Diamanten! (Marco Fiebag)

Format: LP/CD
Vertrieb: False Idols / !K7 / Indigo
 

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