RUNES ORDER & REGEN GRAVES – Escape. (CD)

In den 90s hatte ich eine intensive Phase mit Runes Order und Artverwandtem. Die Italiener kollaborierten seinerzeit mit Diego von The Frozen Autumn auf dem sehr wavigen Album „Waiting Forever“ und auch „Winter“ und „Odisseum“ sind bis heute wunderschöne Statements in Sachen winterlichen Dark Ambient/Electro Wave. Claudio Dondo, Mastermind und Kreativkraft hinter Runes Order, hat von Anfang an mit seinen minimalen, immer etwas kalten, apokalyptischen Synth-Sounds die Nähe zu den Soundtracks von John Carpenter gesucht, italienische Prog-Klassiker wie Goblin, die viele Horror Klassiker von Dario Argento veredelten, sind auch hier in Sachen Atmosphäre und Stimmungen nicht weit hergeholt. Die letzten Jahre wurde es um Runes Order etwas ruhiger, erreichte man in den 2000s nicht mehr die Qualität der Releases der oben genannte Klassiker. Nun also in Kollaboration mit Regen Graves von Abysmal Grief und vielen weiteren Mittätern wie u.a. Spite Extreme Wing-Member Argento, Laura Agerli, Alessandro Casoni am Saxophon uvm. „Escape“ also, wohin die Flucht..Gründe zum fliehen, ob mental oder real hätten wir ja alle so einige, oder? Der Sound ist maximal Runes Order, klaustrophobische Synth-Flächen, minimale Loops und Beats, eine stets Score-artige Klanglandschaft, ob mit Beat oder ohne. Die Elektronik der 70s im Sinne Klaus Schulze oder eben Carpenter ist omnipräsent, ein tristes Saxophon oder kleine Stimm/Sprachanteile geben dem Album die Möglichkeit Varianten und Abwechslung zu kommunizieren. Ein bisschen Dawn of the Dead findet sich immer im Sound der analog-düsteren Sound-Teppiche, die dunklen Stimmen und Drum-Patterns hätten jedem Zombie-Apokalypse Streifen die notwendige Kulisse in Sachen Sound-Untermalung geschenkt. Wer mit Nightmare Lodge, also elektronischen Wave/Ambient/Drone-Sounds auf Du ist, wird sich über diese knappe Stunde voller synthetisch dunkler Soundskizzen freuen. Ob dynamisch, sakral düster, mal geheimnisvoll im Dark Jazz Noir Stile Angelo Badalamenti (David Lynch) musizierend, dann wieder mit treibend/pumpenden Beats kann man „Escape“ im schicken, schlichten Digi-Pak nur empfehlen. Ich mag den nostalgisch anmutenden Trip, auch wenn die ganz großen Momente der Italiener auch hier nicht erreicht werden.

(Rajko Bärs)

Format: CD
Vertrieb: Dark Vinyl
Mailorder: Going Underground
 

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