Erst Ende letzten Jahres hatte ich KONTRAST noch live bei der 50-jährigen Geburtstagssause von Daniel – MASSIV IN MENSCH – erlebt. Ich war da schon beeindruckt von der Leichtigkeit der elektronischen Klangkunst des Trios aus Dinklage mit charmant weiblicher Gesangs-Begleitung Namens „Nebelgeist“. Ein Cover-Song hieß „Der Computer Nr. 3“, im Original von FRANCE GALL und der war wirklich sehr gekonnt umgesetzt. KONTRAST haben sich im Laufe der Jahre ihre so ganz eigene unverkennbare Wiedererkennung in Zeit und Raum sowie vor allem mit anspruchsvollen Texten geschaffen. Solche Sound-Welten in Verbindung mit diesen opulenten Botschaften zum Nachdenken hat sonst keine andere Gruppe an Bord, aber gerade diese Authentizität macht es ja auch genau aus. Und nun also ein neues Album mit 10 fulminanten Songs der kreativen Elektro-Combo, die bereits seit 30 Jahren eine feste Größe in der elektropoppigen Dark Wave Szene sind. Begonnen hat das ja alles einmal 1994/1995 mit dem Szene Hit „Einheitsschritt“ und dem Song „Tod find ich gut….“ sowie dem früheren Bandnamen ISECS und ich meine mich zu erinnern, das ich die Truppe damals im Bremen im Tower gesehen hatte. Auf den Konzerten wurde dereinst sogar noch das inzwischen kultverdächtige Cassettentape „Da lacht die schwarze Koralle“ verteilt, das waren noch – analoge – Zeiten. KONTRAST bestehen im übrigen aus DIRK – (Kompositionen), FALKO H. ( Klänge) und ROBERTO (Texte und Gesang) und die neue Platte „Imperium ( Proteus)“ ist die inhaltliche Weiterführung von „Imperium (Tyrannis)“ und es geht im Großen und Ganzen um den Kampf der viel gepriesenen Freiheit und damit verbunden natürlich dem Kampf gegen Autokratie sowie Diktatur. Als Vorabsingle wurde der Song „Sekundenlicht“ veröffentlicht und schon hier begegnet dem Hörer besondere Lyrik verbunden mit sehr tanzbaren und melodiösen, eingängigen Elektropopsounds, es ist zudem der längste Track der Platte mit über 5 Minuten. Die Einleitung zum Song „Vampirlesben“ wird vom befreundeten thefricolix (MIM) eingesprochen ( ich wußte doch das ich diese Stimme irgendwo her kannte ) und mit dem provokativen Text im Song selber, zeigt dann „Nebelgeist“ ihr stimmliches Können. Im Instrumental „Transformation“ wird es dann eher episch, hier überzeugt die dichte und erhabene Komposition. Die düsteren Elektrohymnen im Future Trance Gewand offenbaren tatsächlich ab und zu auch emotionale Tiefe wie in „Ewiglich“ und vor allem in den De Luxe Balladen „Sonnenwende“ sowie „Identität“. Hier geht es um das ewige Thema Mensch und Maschine. KONTRAST haben die Electro-Landschaft nachhaltig mit geprägt und ihre monumentalen, abwechslungsreichen Arrangements sind jedesmal ein künstlerisches Statement. Tip für alle Fans von WELLE ERDBALL, MELOTRON und auch VNV NATION oder CHROM.
(S.Erichsen)
Format: 2LP / CD |
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