„The Dark Space“, der Vorgänger, liegt noch nicht lange zurück, da gibt’s erfreulicherweise mit „The Neverending“ einen Nachfolger. Die Amis gehören zur zweiten Welle des amerikanischen Etherial Wave und wissen auf dem neuen Album mit entspannter, sehr überschaubarer Laufzeit wieder mehr als nur zu überzeugen. Der immer berührende Frauengesang von Erin Welton wird von simplen, auf den Punkt gespielten Wave Pop Strukturen getragen, Romantik und Schönheit ist wohl für diese Art Sound eine perfekte Umschreibung. Sehnsüchtige Melodien, zwischen 4AD, Cocteau Twins und den berüchtigten Vertretern Mitte der 90s wie Love Spirals Downwards oder This Ascension machen sich auch hier wieder als perfekte Referenzpunkte aus. Songs wie der liebliche Opener ‚Lightning Will Strike Again‘ oder der nur perfekte Wave-Hit ‚Silver Linings‘ verzaubern vom ersten Moment, brillieren die Gitarrenakkorde selbstvergessen in bester Robin Guthrie-Manier (Cocteau Twins) durch ein Meer von Wolken. Der Hauch von Gesang, die komplette Abwesenheit von irgendwelchen negativen, gar düsteren Reizpunkten, das fokussieren auf’s Schöne und Reine gibt dieser reizvollen Melancholie so viel Raum zu strahlen. Die Band hält die Melodien und Rhythmen bewußt simpel, so dass Vocals und die süßlichen Gitarren-Melodien sich direkt ins Herz spielen dürfen. Immer mit nem Hauch Dream Pop à la Beach House wirkt der Sound nicht komplett anachronistisch, was er aus meiner bescheidenen Sicht ruhig sein darf, spricht mich die Reinheit, der sensible Wave Sound nostalgisch an und erinnert mich an all die glanzvollen Releases dieser Ära zwischen 1985-1995.
(Rajko Bärs)
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