Diese Schweden gibt es wohl seit 1988. Der Sound des Duos ist sowas von skandinavisch. Minimaler Synth-Pop, feine kristalline Beats, melancholische Flächen und eine nah am Mikro produzierte Stimme, die oft im Sprechgesang agiert. Melancholie, etwas dunkles in der Melodik, die für die Atmosphäre so passend schwedischen Vocals und wer zwischen minimalen Covenant, den frühen Northern Territories, Code (kennt die noch jemand?), den Dänen Love Shop und Twice A Man Platz hat, sollte Hyacinthuset unbedingt mal probieren. Loops, mal tanzbare, mal experimentellere Beats, stets melodisch und melancholisch agiert das Duo und Freunde simpler, eingängiger, etwas düsterer Electro Pop Sounds werden mit den schönen Synth-Flächen und der jederzeit fragilen Stimmungslage hoffentlich genauso verzückt sein, wie ich es bin. Der Titelsong bekommt knapp 10 Minuten, pendelt zwischen Ambient-Spielereien und richtig fetten Beats, die aber spannenderweise etwas sehr organisches mit sich bringen. Die liebevoll schwebenden Synth-Melodien sind very 80s, atmen den kleinen Schmerz der Einsamkeit, erinnern mich nostalgisch an das wunderschöne Debüt der Landsmänner von The Northern Territories „Midnight Ambulance“, bei denen die nächtlichen Abfahrten ebenfalls so richtig schön ins Herz schnitten. Das Hyacinth House giert nicht nicht nach Aufmerksamkeit, nicht nach den Szene-verseuchten Tanzflächen, nur gehören sie dahin, weil man dazu so richtig schön träumen und verloren gehen kann. Dieser Sound ist so typisch nordisch, atmet Minimalismus, ist introvertiert und trotzdem Pop in einer Weise, wie es oft nur die Schweden vermitteln. Etwas Kraftwerk-Einflüsse hier und da sind ebenfalls im Paket, aber der in den Vordergrund gemischte Gesang von Henrik Erdalen hat schon einen sehr speziellen, warmen und persönlichen Vibe. Stimmungsvolle Platte, irgendwo Electro Pop, aber auch am Ende mehr als die Stereotypen, die man so kennt. Ich bin kein Fan dieser musikalischen Gangart, die Schweden aber sprechen mit diesen feinen Pop-Songs wie ‚Isabelle‘ und vor allem den schmerzvollen Rausschmeißer ‚Tills Allting Stannat‘ zu mir.
(Rajko Bärs)
Format: LP |
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