RICHARD BARBIERI – Hauntings (CD / LP)

Wer kennt BARBIERI nicht von der britischen New Wave/ Post Punk Kult Band JAPAN, wo er bis zur Auflösung 1982 Keyboard spielte. Die Band, die schick, stylish im New Romantic Wave Look auftrat, wurde übrigens 1974 in London gegründet. Nach JAPAN begab sich „Musikveteran“ BARBIERI in anspruchsvolle, avangardistische Gefilde und kreierte großartige, verschwommene nicht immer leicht zu konsumierbare Songs, die den ebenfalls experimentiellen Alben eines DAVID SYLVIAN nicht ganz unähnlich waren, der ja zudem auch Sänger/Gitarrist bei JAPAN war. Danach ging es in den Progressive/Art Rock Bereich. Barbieri wurde Keyboarder bei PORCUPINE TREE, Seite an Seite mit deren Mastermind STEVEN WILSON, der ja auch selbst Solo sehr erfolgreich ist. Dann gab es da noch das Ambient / Electronica / Artrock Projekt mit STEVE JANSEN, der ebenfalls von JAPAN kam. Außerdem spielte RICHARD mit Sänger STEVE HOGARTH  von MARILLION einige Alben ein und war als Gast beim Waveprojekt NO MAN von STEVEN WILSON und TIM BOWNESS dabei und veröffentlicht in schöner Regelmäßigkeit Soloalben, wie aktuell die neue Platte „Hauntings“, die mit 11 äußerst kreativen Song-Fragmenten und verhuschten „Geister-Sequenzen“ punktet. Um die neue Platte zu verstehen und zu wissen worum es bei ihr musikalisch geht, hatte ich die bisherigen Einflüsse und Arbeiten vom Ausnahmemusiker BARBIERI erwähnt, denn hier spiegeln sich genau die vielen verschiedenen Musikrichtungen und Sound-Scapes komplett wieder. Denn es geht auf der nun schon fünften Platte – die wieder zwischen nostalgischer Electronica und avangardistischen Ambient angesiedelt ist – ganz sicher nicht um Radio Mainstream Klänge, dazu ist der arrangierte Sound einfach zu schwer und düster. Die anmutigen Tracks sind ohne großes Songwriting produziert und überwiegend gehaltvoll instrumental gehalten, so das dass Ganze teils atmosphärisch, intensiv, vielseitig, schwermütig und sogar sehr cinematisch daherkommt. Zum Meister gesellen sich noch MORGAN ÄGREN ( Drums, Perkussion) PERCY JONES ( Bassgitarre) sowie LUCA CALABRESE ( Trompete ) und kredenzen diese so ganz eigenen und eigenartigen Klanglandschaften, die mit mit Jazz und Art Rock Einflüßen angereichert sind. Auf diese Platte muß man sich einlassen können, denn die Songs brauchen ihre Zeit um zu wirken – um zumindest bei mir anzukommen.Hat man sie dann aber erstmal für sich erschlossen, wird sofort die Repeat Taste gedrückt.

(S. Erichsen)

Format: CD / LP
Vertrieb: Edel
 

Stichworte:
, ,