In Hamburg beim „Gaze of Spring“ Festival haben sie schon überragend abgeliefert, nun halte ich die erste EP mit 5 Tracks des Shoegaze Duos TELPHONIST aus Dortmund in den Händen. Und wer auf ältere RIDE, SEASURFER, CURVE, NILS KEPPEL, LUSH, BETTEROW, M83, OCEAN BLUE, ASH CODE und anderen Bands aus dem melancholisch atmosphärischen Bereich steht, sollte hier unbedingt mal ein Ohr riskieren.
In 2022 Herbst hatten sich die Multiinstrumentalisten Oskar und Dennis kennen gelernt und sofort das gegenseitige Interesse an Gitarren a la „Wall of Sounds“ und Shoegaze sowie Dream Pop Klanglandschaften entdeckt. Der erste gemeinsam entwickelte Song im Homeoffice war auch gleich der Titeltrack der EP, nämlich „Gegen die Wand“, von dem es auch ein grandioses Video auf You Tube gibt und schon da wurde beschlossen, eine EP zu produzieren und das sogar in deutsch, was halt mal was anderes ist, als die gängigen Veröffentlichungen. Die 5 Tracks beschäftigen sich thematisch mit dem Ich+Städte, wie z.B. die Heimatstadt Dortmund, die düster, heruntergekommen und grau schon sehr bedrückend und negativ wirken kann. Es ist außerdem eine Metapher für persönliche Hindernisse, die wie eine Betonmauer vor einem stehen. Daher sind die Songs auch nicht nur im Dream Pop Bereich angesiedelt, sondern teils auch düster, dunkel und mechanisch, krachig. Die Produktion der Platte hat im übrigen ca. 1 Jahr gedauert, da alles selber gemixt und produziert sowie geschrieben wurde. Der Bandname wurde dann nach Vorbildern wie THE TELESCOPES und THE MICOPHONES ausgewählt, die für die zwei Protagonisten einfach cool klangen. Und Gruppen die Oskar und Dennis auf jeden Fall bisher selber inspiriert haben, sind MBV, SLOWDIVE, COCTEAU TWINS, DIIV, aber auch Folk/Ambient-Künstler wie B.Alex G. oder ELLIOT SMITH und AIR. Daher auch die akustischen Elemente auf der Platte, die für den Bereich eher untypisch sind, aber für das Song schreiben eine große Inspiration waren. Außerdem sind die 2 Musiker totale Fans von physischen Tonträgern, da kann für sie kein Streaming Dienst mithalten, das hört man doch gern. Dann sind wir mal sehr gespannt, wann neue Songs kommen und ob eine Full Time-LP folgen wird.
(S.Erichsen)
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