HERBST IN PEKING – Mond Rauch & Marijuana (LP/CD)

Das letzte Album „Faust am Meer“ steht noch frisch und größtenteils leider unverstanden in den Regalen, da schieben HERBST IN PEKING nach „Welt der Wunder“ schon wieder eine Dub-Remix-Sammlung hinterher. Allerdings dreht es sich diesmal fast ausschließlich um den wundervollen Song „Sehn=Sucht“ vom „Splitter der Schöpfung“-Album. Das erste Mal hatte ich dessen ungemein verzaubernde Verse durch die Folge „Proverbs Of Hell oder die Hähne Jerusalems“ der Grenzpunkt Null-Radiosendung von Rex Joswig gehört und sie haben mich seit dem nicht mehr losgelassen. „Lass uns die Nacht verschwenden, Ich & Du, wir wissen, wo das Feuer brennt, die Sanduhr lässt die Körner fallen, ein Augenblick von Zeitgefühl, wir sind dem Morgenrot verfallen, mein Blut gerinnt im Regenschauer, und der Mond raucht Marihuana, vor lauter Sehnsucht nach dem Tag, wird ihm noch das Herz verbrennen, keiner wird es je verstehen, dass der Mond die Sonne mag“ ist Lyrik für die Ewigkeit. 2014 erhielt diese dann auf der „The Tyger & The Fly“-EP eine erste atmosphärische Untermalung. Zwei Jahre danach auf dem „Splitter der Schöpfung“-Album wurde daraus ein extrem grooviger Song mit Off Beat-Rhythmus und einer traumhaft melodischen Bass-Gitarre. Verdammte 10 Jahre später nun das Ganze noch einmal in geballter Form bzw. durch David Harrow, TJ WHITE RABBIT, ALIEN LEVI, UNCLE FESTER ON ACID, KISMET CLUB und !THE SAME neu interpretiert, remixt und massiv verdubt. Ohne die anderen Mixe schmälern zu wollen, ist das „Mary Moon“-Rework durch ALIEN LEVI der Hammer und erinnert mich fatal an die „LSD“-Phase von COIL = absolutes Weltniveau! Das mit David Harrow (der Mann neben Anne Clark und hinter deren großen Hits) ein internationales musikalisches Schwergewicht mit an Bord ist, spricht ebenso für „Mond Rauch & Maijuana“, wie das Mitwirken von On-U Sound-Legende Keith Leblanc beim CD-Bonus-Track bzw. dem alternativen UNCLE FESTER ON ACID-Mix von „Und der Mond“. Nicht wirklich aus der Reihe tanzt dabei der „Watchtower Dub“, denn das Bob Dylan-Cover vom „Der letzte Schrei“-Album ist hier noch sphärisch-hypnotischer gemixt und gefällt mir besser als das Original. Auf Vinyl klingt das richtig fett und wird in limitiertem Orange oder im klassischen Schwarz angeboten. Die CD hat, wie bereits erwähnt, einen Extra-Track. Ohne wenn und aber das Remix-Album des Jahres für mich (Marco Fiebag)

Format: LP/CD
Vertrieb: Peking Records / Rundling / Moloko Plus Records
 

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