DEVISION REDUX – Echoes We Keep (CD)

Aufmerksame BLACK-Leser werden sich sicher erinnern, dass ich die Entwicklung von DE/VISION seit 2010 bzw. ihrem „Popgefahr“-Album durchaus kritisch rezensiert habe. Das mag der altehrwürdigen deutschen Synth Pop-Institution sicher nicht wirklich gefallen haben, aber ich denke, das meine Kritik zumindest nachvollziehbar begründet war und positive Momente auch berücksichtigt, wie benannt zu haben. Ihr letztes Album „Citybeats“ liegt inzwischen schon 8 Jahre zurück, dem ich seiner Zeit eine deutlich wieder aufsteigende Formkurve attestierte. Seit dem haben sich DE/VISION bis auf vereinzelte Konzerte und eine auch etwas magere 35. Jahre Geburtstagstour recht rar gemacht. Ein neues Projekt scheint jetzt aber wieder etwas frischen Wind ins DE/VISION-Gefüge zu bringen, welches eigentlich so nur für den Club-Betrieb geplant war. Unter dem Banner DEVISION REDUX machen Daniel Myer (HAUJOBB, LIEBKNECHT etc.) und Frontmann Steffen Keth von DE/VISION gemeinsame Sache, bei der man ausgewählte Songs der Band elektronisch reduziert und kostensparend Live präsentieren wollte. Das Konzept funktionierte dann wohl ziemlich gut und kam beim Publikum an, weshalb man letztendlich das Ganze auch im Studio neu eingespielt und eingesungen hat. Hierbei zeige Daniel Myer wieder mal seine technischen Fähigkeiten und er hat mit den insgesamt 12 Tracks auf „Echos We Keep“ sprichwörtlich ganze Arbeit geleistet! Ihm sind auf „Echos We Keep“ einige richtig geniale Arrangements und Layouts gelungen, die zwar für seine Handschrift typisch sind, aber trotzdem überraschen können. Die entschlackte und gleichzeitig wummernd-aufgeboosterte musikalische Frischzellenkur tut den Original-Songs hörbar gut, ohne jedoch deren melodiöse Identität zu nehmen. Dabei zeigt sich, das Klassiker wie „Dinner Without Grace“, „Try To Forget“ und natürlich „Your Hands On My Skin“ selbst im neuen, deutlich technoid-kühleren Gewand immer noch wunderbar frisch klingen und selbst die nicht so bekannten Songs regelrecht chromblitzend neu erstrahlen. Ohne die Stimme von Steffen Keth hätte das Ganze natürlich nicht wirklich funktioniert, welche ich übrigens immer noch für eine der besten des Synth Pop-Genres hier im Lande halte und die sich sehr variable zum neuen Club-Gewand der Songs schmiegt. Mit „Drifter – Breathe“ ist sogar eine Witch House-Interpretation mit an Bord und besonders habe ich mich über die neue flotte Version von „Flavour Of The Week“ vom „Noob“-Album gefreut. Ich komme also nicht umhin, „Echos We Keep“ meine Begeisterung auszusprechen und DEVISION REDUX als ein mehr als gelungenes Experiment zu bezeichnen. Das Album läuft bei mir gerade hoch & runter und wird sicher am Ende des Jahres auch in meiner Top 10 für 2026 zu finden sein! (Marco Fiebag)

Format: CD
Vertrieb: Popgefahr Records
 

Stichworte:
, , , , , , , ,