Die „Creutzfeldt E.P.“ war 1996 nach zwei Alben die letzte Veröffentlichung der friesischen Electro-Recken TYSKE LUDDER, bevor ihnen (und auch dem Label KM-Musik) die Luft ausging. Ganze 12 Jahre sollte es dann dauern, bis man sich auf Black Rain wieder zurück an die Front meldete und seit dem temporär immer mal wieder neues Material an den Mann bringt. Nachdem Emmo.biz Records in den letzten Jahren schon ihr Debüt „Bombt die Mörder?“ und den Nachfolger „Dalmarnock“ erstmals im Vinyl-Format veröffentlicht hat, ist jetzt folgerichtig auch die „Creutzfeldt E.P.“ dran. Die Original-CD enthielt damals 5 typisch kernige TYSKE LUDDER-Tracks, welche bei den ersten zwei Titeln Unterstützung durch den Gitarristen Michael Ehre (u.a. GAMMA RAY) erhielt und man damit dem damaligen Metal Crossover-Trend Tribute zollte. So weit, so gut, aber nicht wirklich gut (um nicht zu sagen, richtig schlecht) war dann allerdings ihre Interpretation von „Sieben Tage lang“ der niederländischen Friedens-Folk-Rocker BOTS, was zwar sicher der politischen Haltungsintuition von TYSKE LUDDER entsprach, musikalisch meiner Meinung nach jedoch völlig nach hinten los ging! Das abschließende instrumentale „Schwarze Lippe“ macht dies jedoch gleich wieder wett. Im Gegensatz zu den Eingangs erwähnten LP’s, wo auf Grund der begrenzten Spielzeit einer Schallplatte auf ein paar Tracks verzichtet werden musste, hatte man diesmal aber noch genügend Platz über. Deshalb konnte man hier noch drei Remixe der Wiederveröffentlichung der EPCD 2006 bei Black Rain + den Bonustrack „Wir sind des Geyers schwarzer Haufen“ mit unterbringen. Letzterer war ja ein bündisches Fahrtenlied aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, welches auch von der SS benutzt und später sogar bei der NVA gesungen wurde. Auch ein gewisser deutscher blonder Barde mit Sonnenbrille schmettert gern dieses Lied und die berüchtigten BM’ler von ABSURD interpretierten jenes unter dem Titel „Des Wotans schwarzer Haufen“ um. Das Ansinnen von TYSKE LUDDER war natürlich völlig anders, sich dieses Liedguts anzunehmen und so baute man hier Kritik an „Uncle Sam“ mit ein. Musikalisch ist das dann wesentlich besser gelungen, als „Sieben Tage lang“. 222 durchnummerierte Exemplare im knallgelben Vinyl und neuem Coverartwork sind nun von der „Creutzfeldt“-LP erhältlich und bei 77 Stück im Splatter-Vinyl gibt es zusätzlich noch ein Army-Cap, „Hundemarke“ und Metal-Pin oben drauf. Den besten Preis dafür gibt es direkt über Emmo.biz Records und schnell sein! (Marco Fiebag)
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