Wäre „Aura Nera“ ein Lebensmittel, wurde auf dem Beipackzettel stehen: „Kann Spuren von FETISH69, TOXIC LOUNGE, BUNNY LAKE und BLACK PALMS ORCHESTRA enthalten!“. Christian Fuchs ist seines Zeichens Journalist und Radio-Redakteur bei FM4 in Österreich und nebenbei ein ausgewiesener Experte für „abseitige“ Filmkunst. Musikalisch ist er ebenso sehr umtriebig und war bzw. ist bei den Eingangs aufgezählten Bands & Projekten aktiv, wie auch noch bei BLOW, DER SCHEITEL, NEIGUNGSGRUPPE SEX GEWALT & GUTE LAUNE und DIE BUBEN IM PELZ. Mit all diesen verschiedenen Formationen deckte er seit Anfang der 90er Jahre ein wildes Spektrum zwischen Metal Core, Noise Rock, Industrial, Trip Hop, Pop und Mundartfolklore ab. Teile davon hatte ich auch mit BLACK über die Jahre journalistisch begleitet, aber nach dem Ende von BUNNY LAKE habe ich das alles leider etwas aus den Augen wie Ohren verloren. Mit „Aura Nera“ und als Christian Fetish besinnt er sich nach einer Schreibblockade jetzt wieder auf seine Wurzeln und das ist der Industrial Rock der Reznorischen Prägung, den er mit diversen anderen Einflüssen dezent wie äußerst stimmig vermischt. Obwohl „Aura Nera“ als sein Solo-Album ausgeschrieben ist, holte er sich bei 9 der insgesamt 10 Tracks gesangliche Unterstützung. Dieser vocalistische Beistand im Stile der legendären Duette von Serge Gainsbourg oder Lee Haszlewood kommt im einzelnen dann von Sonja Maier (BAITS), Berit Gilma (DER KLEINE TOD), Medina Rekic (WHITE MILES), Dead Richy Gein (BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE) und zum Ausklang gibt es sogar noch gesprochene Worte von Mark Benecke, Deutschlands bekanntestem Kriminalbiologen und Hobbygrufti. Ebenso hochkarätig war sein Team im Studio, bestehend aus Produzent Bernd Heinrauch, seinem alten Band-Kollegen Christof Baumgartner und Medina Rekic an Bass und Gitarre + die beiden SOFA SURFER’s Wolfgang Schlögl und Wolfgang Frisch. Gemeinsam entwerfen sie ein modernes apokalyptisches Sittenbild im Geiste von Dantes Inferno, das eine persönliche Krise von Christian Fuchs aufarbeitet und gleichzeitig irgendwie auch die aktuelle Weltlage reflektiert! Er trägt dabei wieder Schwarz und Lederhandschuhe, lässt das Trockeneis zischen, wie faucht dämonisch über mechanisch ratternden Electronic-Rhythmen und schreddernden Strom-Gitarren. All diese Industrial Metal-Grinder, Witch House-Reminesenzen, Neo Gothic Bangern, aufpeitschenden After Show-Hymnen und düsterem Trip Noir Chansons eint eine manisch depressive Text-Euphorie, die vor allem durch die selbstbewusst stark auftretenden Frauen getragen wird. Schon lange war der Sound von Christian Fuchs bzw. Fetish nicht mehr so ausbalanciert, atmosphärisch dicht, schlüssig, zupackend und einnehmend, wie auf „Aura Nera“ und damit haben wir es endlich, mein erstes Album des Jahres 2026! (Marco Fiebag)
Format: LP/CD |
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