LONG DISTANCE CALLING – The Phantom Void (CD / LP)

Liest man die Info zum Album, wurde hier nach knapp vierjähriger Pause nichts dem Zufall überlassen. Verschiedene Produktionsstätten, Mastering in Paris, verschiedenste Kurzfilme mit ineinander greifender Storyline machen aus „The Phantom Void“ dann doch irgendwie Konzept, ohne dass dies so wirklich gewollt war. Ein Album über’s Träumen, visuelle Trigger Richtung David Lynch sind dann doch auch irgendwie naheliegend, gar geschaffen für die Post/Prog-Metaller Long Distance Calling. Die Band hat längst den Status einer der instrumentalen Vorzeige Bands Deutschlands zu sein und diesen Ruf hat man sich in den knapp 20 Jahren und vielen Live-Shows (zuletzt ging es sogar bis China) redlich verdient. Mit „The Phantom Void“, top Sound und straffen Dynamiken findet sich jeder Fan der Band im neuen Release schnell zurecht. Metallische Riffs, progressive Strukturen und die stets melancholisch-düstere Dynamik im Sound.  Schnipsel aus kühler Elektronik, liebevoll integrierte Bläser und cinematische, gar kosmische  Synths erinnern mich immer gern an meine Schweizer Lieblinge Leech, die auf ähnliche Weise diese Balance aus Post-und Progrock mit sanfter Metal-Schlagseite zu performen wissen. ‚The Spiral‘ hat etwas kaltes, gar maschinelles im Kern – dystopische Melodien, der typisch Effektbeladene Gitarrensound und intensives Drumming erzeugen gehörig treibende Dynamik. Auch ‚A Secret Place‘ groovt zwischen sanften melancholischen Pause, aggressiv rollenden Riffs und elegisch ausufernden Parts. ‚Nocturnal‘ drückt Midtempo-lastig, sehr metallisch, zieht dann immer wieder ins elegische zurück und nutzt somit die maximale Bandbreite an Atmosphäre und Stimmungen. Im Titelsong gibt’s schöne postige Gitarren, eine sehr prägnante Lead-Gitarre, hymnische Parts zuhauf und tiefe Stimmungsbilder. Mit einer knappen Dreiviertelstunde ist man aktuell eher straff konzipiert, kommt aber aus meiner Sicht hervorragend auf den Punkt damit. Die Band weiß mit „The Phantom Void“ erneut alle Register zu ziehen, spielt selbstbewusst nach längerer Pause alle Karten genüsslich aus.

(Rajko Bärs)

Format: CD / LP
 

Stichworte:
EAR MUSIC, ELEKTRONIK, EPIC, MODERN PROGRESSIVE ROCK, New Artrock, Post Metal, POST-ROCK

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