Wer kennt nicht den Megahit „Steppin Out“ vom britischen Multiinstrumentalisten und Musiker JOE JACKSON – dies von seiner erfolgreichen Platte „Night and Day“ aus dem Jahre 1982, mit der er seinen Durchbruch schaffte! Oder seine Filmmusik aus 1983 zum Thriller „Mikes Murder“ oder in 1986 zu „Tucker“. Die Soundtracks hatten Cinema-Fans sowie Musikkenner gleichermaßen begeistert. Auch seine klassischen Kompositionen sind legendär, zu einer dieser Veröffentlichungen erhielt er sogar in 1999 einen Grammy Award. Mal ganz abgesehen von seinen vielen Konzerten über alle Kontinente seit Karrierebeginn Ende der 1970er Jahre vor Millionen von Fans! Nun ist die neue Platte des inzwischen 71-jährigen Engländers und ewigen Dandys aus der Kleinstadt Burton Upon Trent, ganz im Stile von BRYAN FERRY erschienen. Seine Karriere hat JACKSON aber im New York der 80er Jahre begonnen und dort auch seine kommerziellsten Alben aufgenommen. Das erinnert mich teils von der kreativen Klängen her alles etwas an BILLY JOEL und DAVID BOWIE. Das neue Album ist in den Hansa Studios in Berlin aufgenommen worden und man meint praktisch, den musikalischen Geist und die Aura der Großstadt Metrople in den Tracks direkt mit aufzunehmen. Die Platte beschreibt die Zerissenheit unserer Gesellschaft, zum einen an die Hoffnung der Zukunft wie „The Last Sunbeam“ und Titeln wie „Invisible Man“ im genauen Gegenteil, nämlich der Verzweiflung der Lage im Hier und Jetzt. Man hört aber auch teils den hintergründigen Humor, die Provokation und lässige Ironie/Sarkasmus aus den Texten heraus, so das man davon ausgehen kann, das der Künstler JACKSON schon seine Ecken und Kanten hat und zudem zieht er – das hört man bei einigen Songs sofort heraus – seine musikalischen Inspiration auch aus seiner nachhaltigen Vergangenheit. Musikalisch begeistert hier wieder mal die handwerkliche Tiefe der 9 Songs und gleichermaßen die Power einzelner Tracks, sowie natürlich die anspruchsvollen Texte, die mal in einem ruhigen Pianosound, dann aber auch wiederum in einem wuchtigen Ausbruch der Klanglandschaften endet. Gelobt werden sollte auch die Rückkehr zum Trio Format gegenüber der völlig anderen Vorgängerplatte, sowie die Verwendung von digitalen Spielereien, die jedoch nicht übermäßig eingesetzt werden. Die verschiedenen Kombinationen aus Wave Anleihen, Rock, Pop, Punk, Jazz, Funk und sogar Latin, die auf einem soliden Fundament aus Groove und Melodien eingesetzt werden, machen wieder mal total Spaß zu Hören. Auch das Finale mit der Musicalbehafteten Ballade „See you in September“ reiht sich ein in die anspruchsvollen und beeindruckenden, total abwechslungsreichen Songs der großartigen neuen Platte. (S.Erichsen)
Format: CD/LP |





