Die Band HYPARSCHALL aus Magdeburg war mir bis jetzt überhaupt kein Begriff, bis mein Kollege Plattenheinz von Instagram mir diese ans Herz gelegt hatte. „KRA Der Zyklus“ ist schon das dritte Album der Band, die sich musikalisch etwas der Kategorisierung entzieht, aber eben damit auch Interesse weckt. Als erstes erinnerte mich die ungewöhnliche Mischung aus Post Punk, Noise Rock, Avantgarde und Hamburger Schule an DIE ARBEIT. Diese Formation war ja mal vor ein paar Jahren die Band der Stunde in Dresden, welche kurzzeitig sehr hell leuchtete, aber ebenso schnell wieder verglühte. Deshalb taugt dieser Vergleich eher wenig und ich möchte zum besseren erklären des Klangkosmos von HYPARSCHALL Bands wie WALLS HAVE EARS und DIE ERDE bemühen, die ja auch damals zwischen allen Stühlen standen. HYPARSCHALL habe es sich dazwischen bequem gemacht und entwerfen ohne große Zwänge einen zwingenden hypnotischen Rocksound mit Mut zum Experiment und zur Sprödigkeit. Die Stimme von Sänger Thomas Koch erinnert bisweilen an den jungen Sven Regner und zum besseren Verständnis von HYPARSCHALL trägt eventuell auch der Name Boris Wilsdorf bei. Jener hat nämlich das Album gemastert und ist ja insbesondere durch seine langjährige Arbeit mit den EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN bekannt. Ihr merkt schon, dass ich diesmal ungewöhnlich viel Querverweise in meine Rezension eingebaut habe, da sich HYPARSCHALL gekonnt einer einfachen Einordnung entziehen, was natürlich auch seinen Reiz hat. Zwar werden HYPARSCHALL nicht den Makel von Magdeburg übertünchen können, den eine Teenie-Band vor vielen Jahren über die Stadt gebracht hat, welche inzwischen zwar nur noch mit bunten Schlagzeilen, schrillen Podcasts und einer grellen Modeloma-Ehe von sich Reden macht, aber damit trotzdem unfassbar erfolgreich ist. HYPARSCHALL sind dafür wesentlich interessanter und musikalisch gehaltvoller, wovon man sich auf „KRA Der Zyklus“ gerne überzeugen kann! Das Vinyl ist auf nur 300 Exemplare limitiert und die CD bietet dafür den Titel „Zellophantüten-Teufel“ mehr. Dies empfinde ich gerade bei einem Zyklus-Konzept zwar etwas unverständlich, aber der Name des Titels klingt schon verdammt interessant und dürfte auf Grund dessen ebenso zum Kauf der CD animieren. Zu beziehen sind die Tonträger am besten und einfachsten direkt über die Homepage der Band, wo man sich auch einen guten Überblick über das bisherige Werk von HYPARSCHALL verschaffen kann. (Marco Fiebag)
Format: LP/CD |
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