Mit „Sentimentale/Jugend“ hatte man bereits einen großen romantischen Sound-Entwurf in 2016, nur wurde dieser wohl erneut nicht von der Außenwelt gebührend wahrgenommen. Diesmal gab es sogar Unterstützung aus den Abbey Road Studios von Frank Arkwright (Mogwai, Snow Patrol). Auf „Amor“ spielt die Band nach knapp 10 Jahren Pause mit nochmal größeren Gesten, kreist um Themen wie Liebe, Leidenschaft, im Moment sein, dem sich hingeben. All dies geboren aus Sehnsüchten, bewusst gewählter Isolation und quälenden Gefühlen, die uns Menschen nachts wachhalten. Musikalisch setzt man den seinerzeit eingeschlagenen Weg mit tonnenweise Shoegaze/Drone-Effekten auf den Gitarren, Sehnsucht-Melodien und einer Art aufgeladenen, fast verloren gegangenen Romantik konsequent fort. Rauschhaftes driften und sehnen mit massig hymnischen Gitarren, den fragil-melancholisch hauchenden Vocals von Marco Söllner, verloren anmutendem Saxophon in ‚Eros’ ist genau die Art Musik, um sich mit all der aufgepeitschten Sehnsucht nach Sinnlichkeit in flüchtigen Momenten komplett zu verlieren. KLIMT 1918 tauchen mit „Amor“ wieder in tiefste Tiefen, fliegen dabei hoch hinaus und Schmerz und Schönheit treffen sich im selben Moment. Perlend-drückende Gitarren-Berge im herzzerreißenden ‚Nihil Vitra‘, majestätische Postrock-Tragik und eine immer omnipräsente 80’s Wave/Post Punk-Romantik (‚Nexus‘ und ‚Un Ete Invincible‘)) fluten durchgehend die Sinne. Erneut ist diese Band wieder der schönste Soundtrack, um mit der einen bestimmten Person am Ende der Welt zu stehen und in die gleißenden Strahlen einer nuklearen Sonne zu schauen. Schon jetzt eines der Releases in 2026.
(Rajko Bärs)
Format: CD/LP |
Stichworte: |





