Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich Sankt Otten auf dem Tisch, beziehungsweise Plattenteller liegen hatte. Das allererste Mal ist noch deutlich länger her. Wenn mich nicht alles täuscht, war das 2013, also vor 13 Jahren. Da hab ich einen Artikel über ihr Album „Messias Maschine“ geschrieben und hatte dabei auch zwei nette Gespräche mit jemandem vom Label. Das heißt Denovali und hat sich auf recht eigenwillige Musik spezialisiert. Deshalb ist es dann wohl auch bis jetzt, also bis zur Single „Tanz das Kraut“, das Label von Sankt Otten geblieben. Sicher auch weil die Eigenbeschreibung genau auf diese Band passt. Da ist nämlich zu lesen, dass es sich um ein Independent-Label für Electronica, Ambient, Experimental, Jazz, Sound-Art und mehr handelt. Wobei. In Bezug auf Sankt Otten fehlt noch eine Kleinigkeit. Und das ist der Krautrock, der auf dieser Single bespielt und liebevoll besprochen wird.
Die Musik auf „Tanz das Kraut“ ist elektronisch und erinnert sicher mehr an Tangerine Dream, Klaus Schulze oder die späteren Kraftwerk, als an die rockmusikalische Variante. Was sicher auch daran liegt, dass der Überbegriff Krautrock eine zur damaligen Zeit heterogene Gruppe von Bands und Musikern meinte, die allesamt aus Deutschland kamen. Eigentlich eine Markierung, wurde diese abwertend und später ironisch gemeinte Bezeichnung zum Sammelbegriff und meinte die hier angesprochenen Bands und Einzelpersonen, die sich von Klischees freimachen, also den Rahmen dessen, was Rockmusik war, aufreißen wollten. Was auch gelang.
Angesprochen meint hier übrigens den eingesprochenen Text am Ende des Stückes. Der kommt von Klaus Fiehe. Der ist schon lange im Musikgeschäft tätig und unterstützt als Radiomoderator neben anderen Spielarten eben auch den Krautrock, der, revolutionär wie der später auftauchende Punk, die Hörgewohnheiten der etwas älteren Hörerschaft extrem strapazierte.
Doch zurück zur Musik: Die loopt wundervoll repetitiv. Und beginnt eigentlich schon am Anfang zu grooven. Dazu wird „Tanz das Kraut“ eingesprochen. Kurz darauf setzt eine Vocoderstimme ein, die mehr davon spricht als melodiös singt, dass dich dieses Kraut zum Tanzen bringt und dass du mit ihm tanzen kannst. Nun, mehr ist dazu eigentlich auch nicht zu sagen … (awk)
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