Eine der ganz besonderen Bands aus den Tiefen der 90s! Die Italiener waren mit ihren Releases auf Eibon Records, später auch bei Prophecy Records absolute Individualisten, spielten die Musiker um Frontmann einen absolut eigenwilligen Mix aus perlend-driftenden mediterranen Doom, Dark Wave und Ambient – all dies mit Tonnen voller Melancholie und Weltschmerz. Über die letzten Jahre ließen die Veröffentlichungen neue Einflüsse aus Trip Hop, Electronica und experimentell, stranger Klänge mit in den Sound einfließen. Die Qualität litt zuletzt darunter und das organische, früher eher Wave/Doom-Gitarren-orientierte ward nicht mehr gesehen. Canaan zur aktuellen Scheibe:
„In these tormented, strenuous, and life-threatening years, we’ve created a lot of music to ease our pain, and a year after Some Last Echo, we’re here with a new double album titled A Bird That Never Fluw. Over two hours of music spread across 26 tracks that are the soundtrack to our lives, our disappointments, our fears.“
Wir sind im Jahr 2026, die globale Welt ist fiebrig, uneindeutig, kalt und voller Ängste, im kleinen und im großen. Diese Platte will davon erzählen. Auch im hier und jetzt klingen Canaan nicht mehr wie vor 25 Jahren, Gitarren sucht man vergebens, aber: Die Atmosphäre und Melancholie, die Melodien sind zurück. Fast Hörspiel-artig zieht der Mix aus trippig-düsterem Wave und kosmischer Elektronik seine Bahnen, Samples und dystopischer Dark Ambient wird immer wieder von wunderschönen Sehnsuchts-Wave Höhepunkten wie ‚Painting The World Blue‘, ‚The Fool’s Name‘ oder ‚A Necklace Made Of Stars‘ durchkreuzt und hier darf Sänger Mauro endlich wieder mit wehmütigen Pathos-Melodien und Vocals seiner Schwermut Ausdruck verleihen. Der Wechsel aus klassischen Songs und instrumentalen Dark Score-Ambient ist längst ein etablierter Teil der Band-Historie und erhält auch auf diesem Release seine zweigeteilte Aufgabe. Meist schleppend – im futuristisch minimalen Ausdruck zwischen vorsichtigem Trip Hop-Einflüssen und schleppendem Wave-Sound – ist alles meist tiefe Nacht, deprimiert und selten mit echter Hoffnung agierend. Warme Synth’s und melancholische Flächensounds gibt es zuhauf, viel Hall und manchmal hab ich das Gefühl eine kosmische Version der frühen Frozen Autumn oder Deine Lakaien zu hören. 26 Songs, weit über 2 Stunden Musik, die es zu entdecken gilt und diese ist gerade für die Abendstunden wie gemacht. Ich freu mich, das die Italiener ihre ureigenste Art der Melodik wiedergefunden haben und ja, die perlenden Gitarren der frühen Releases vermisse ich trotzdem schmerzlichst. Ein Statement für unsere verlorene Welt ist dieses Album geworden und ‚For A Bird That Never Flow‘ holt die Italiener endlich wieder aus den Tiefen der Belanglosigkeit zurück.
(Rajko Bärs)
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