Auch wenn ich die Vorgänger zu „III: Frühling“ nicht im Ohr habe, zähle ich diese Wahnsinns-Platte zu meinen 3 Lieblingen in Sachen extremen Metal 2025 (neben der Sunken und The Great White Nothing). Da ich selbst mit frühen Bethlehem und generell Black Metal ab 1994 mannigfaltig sozialisiert wurde, verfalle ich dem Gesang hier vom ersten Hören. Wenn man dann noch Freund postrockig, meterhoher Soundwände ist, dann kann man mit den persönlichen Texten, den Schmerz, dem Verstehen und all den leidend-schönen Melodien kathartische Wellness-Einheiten nehmen. Der Sound ist alles andere als poliert, passt aber mit seinem sphärisch-melodischen Fundament, dem extremen Kreischgesang und den schwer verständlichen Textgut in jede gut sortierte Black Metal-Sammlung. Bands wie Autumn Nostalgie, Alcest mit ihren eher romantischen Gitarrenmelodien, haben hier auf strange Weise trotzdem Platz im melodischen Habitus, auch wenn alles natürlich einiges undergroundiger, verzweifelter und räudiger klingt. Ich für meinen Teil weiß den postigen Ansatz sehr zu schätzen, die Melancholie, das hymnische Momentum in Sachen Gitarren/Synths saugt einen hervorragend in die Schmerzthemen des Musikers hinein. Allein Songtitel wie ‚kurz gesagt, mir geht’s nicht gut‘ sprechen Bände und dieser eher moderne, urbane Themenansatz macht das alles nur noch echter und verzweifelter. ‚Ohnmacht-Angst-Wut‘ ist auch so eine Wahnsinns-Eiterbeule, an der man sich als Hörer ordentlich mitleidend mit voller Lautstärke im Autoradio Schmerzen zuführt. Grossartig, wenn auch nichts für jeden Moment. ‚Geburt‘ ist ein weiteres Highlight, wenn auch letztlich die komplette Rille als durchgehende Therapiestunde im ganzen funktioniert. Krank, schmerzvoll kathartisch und trotzdem mit wunderschönen Melodien gesegnet, begeistert mich „III: Frühling“! Ein Top Release für Freunde des schwer verzweifelten Underground Depressive Black Metal, der erfreulicherweise vor Postrock-Erhabenheit nur so strotzt.
(Rajko Bärs)
Format: CD,Digital |
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