Meine persönliche Verbindung zu RADIOHEAD ist von einem stetigen auf und ab durchzogen. Zum Anfang ihrer Karriere habe ich die britische Band nur über MTV wahrgenommen, wobei ich „Creep“ noch ganz ok fand, aber „High & Dry / Planet Telex“ oder „Fake Plastic Trees“ mir schon etwas suspekt waren und „Paranoid Android“ und „Karma Police“ dann so richtig auf den Sack gingen! Die Wende kam dann mit dem Gastauftritt von Thom Yorke beim ersten Album von U.N.K.L.E. bzw. mit dem Sternstunden-Track „Rabbit In Your Headlights“, weshalb ich mich mit RADIOHEAD noch mal neu beschäftigt habe. Bei „No Surprises“ machte es dann Klick und ich war ab da in Echtzeit bei der weiteren Entwicklung der Band dabei. 2003 habe ich die Band Live im Velodrom in Berlin für nur 41 Euro (sic) Live gesehen und es war damals auch nicht ausverkauft! Allerdings hat mich der Auftritt in dieser großen Mehrzweckhalle so gar nicht abgeholt, weshalb ich danach RADIOHEAD nur noch halbherzig verfolgt habe. Als ich dann im vorigen Jahr das komplizierte Prozedere um ihr mehrtägiges Gastspiel in Berlin und die horrenden Preise dafür mitbekommen habe, fiel mir ein desinteressiertes abwinken sehr leicht. Die euphorischen Reaktionen der Besucher brachten mich allerdings dann etwas ins grübeln und fing wieder an, neu über die Band zu recherchieren. Dabei wurde ich auch auf die Boykottaufrufe gegenüber RADIOHEAD von dieser Drecks-BDS-Bewegung und den hysterischen Gaza-Aktivisten aufmerksam, welche in der Musik Hipster-Community in diesem Punkt scheinbar aber nicht verfangen haben. Wenn RADIOHEAD in dieser Frage zur Zielscheibe wird, bin ich reflexartig sofort auf Seiten der Band und da kommt mir die im Herbst vorigen Jahres veröffentlichte Live-Compilation jetzt gerade recht. Diese fasst 12 Live-Tracks aus den Jahren 2003 bis 2009 zusammen, die alle von dem „Hail To The Thief“-Album stammen und hier zum Teil in stark veränderten Interpretationen dargeboten werden. Beim hören dieses intensiv-dynamischen Live-Albums war ich sofort wieder vom RADIOHEAD-Virus infiziert und schwelge mich seit dem parallel gerade kreuz & quer durch ihre Diskografie in meinem CD-Reagal. Somit dürfte diese Live-Compilation ihren Sinn und Zweck erfüllt haben, zumal die Sichtung der mitreißenden Mitschnitte selbst die Band zu einer Neubewertung ihres „Hail To The Thief“-Album aus dem Jahre 2003 veranlasst hat. Obwohl die 12 Tracks zu verschiedenen Zeiten und unterschiedlichen Städten (London, Amsterdam, Bueno Aries und Dublin) aufgenommen wurden, funktioniert das Album in seiner mitreißenden Atmosphäre als homogen geschlossenes Live-Dokument. Vielleicht klingt es letztendlich sogar ein wenig frischer als das Original-Werk (hier allerdings minus 2 Songs), weshalb ich„ Hail To The Thief – Live Recordings 2003-2009“ bedenkenlos weiter empfehlen kann! (Marco Fiebag)
Format: LP/CD |
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