Und noch einmal der Mastermind von Dawn And Dusk Entwined, nur diesmal tatsächlich mit kosmisch-düsterem Dark Ambient. Kompromisslos und kalt, inspiriert von Bret Easton Ellis ‚Unter Null‘ darfst Du dich gerne von der abstrakten Lichtlosigkeit dieser Platte verschlingen lassen. Bist Du sozialisiert mit dem ästhetischen Sound von Cold Meat Industry, Horrorfilm-Soundtracks, Polygon, Nightmare Lodge, Runes Order, Atom Infant Incubator und all den vielen anderen vergessenen, obskuren Projekten der verrückten 90er Jahre? Dürfen melodische Synths, sakrale Atmosphäre und futuristisch kalte Sprach-Samples auf pure Schwärze treffen, dann kannst Du mit Godwin Point nostalgisch schweben. Pulsierende Flächen, wohl temperierte Drum-Fragmente, abweisend kosmisch-leere Szenarien – die aber eher selten bis in den schroffen Death-Industrial vordringen – haben was von einem vergessenen John Carpenter-Soundtrack (‚return at the old house‘). ‚the only true thing left‘ klingt verwaist, spröde und verloren. Stimmen, irgendwie verloren aus dem Jenseits hallend, versuchen mit Dir zu kommunizieren. ‚Who’s In Control?‘ könnte kaum Cold Meat-lastiger klingen mit seinen Desideri Marginis-Flächen sowie In Slaughter Natives Bombast. Atmosphärisch düstere Sound-Schwaden, ambiente, unruhige in Hall getauchte Bombast-Fäden und auch ein Hauch Neoklassik finden spielerisch zusammen und genau diese Mischung macht hier den Nostalgie-Effekt. Soundtrack-lastig, schwebend, isoliert und schwarz und doch mit sanft-ätherischen Melodie-Schnipseln versehen, lädt dies alles zum abendlich entspannten Zuhören ein. Die knappe Dreiviertelstunde ist für diese Art Musik eher überschaubar, gibt dem ganzen aber damit auch eine Fokussierung und Kurzweil. Wer die urbane Kälte, die innere Leere innerhalb der Charaktere eines Bret E.Ellis Romans kennt, findet hier eine musikalische Interpretation eben dieser Welt. Abweisend, kalt, unnahbar ziehen die Sounds ihre Spur aus Tristesse und Monotonie. Für Freunde des Soundtrack-artigen Dark Ambient, des oben genannten skandinavischen Label und der weiteren genannten Künstler ist hier eine lohnenswerte Kulisse geschaffen worden.
(Rajko Bärs)
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