DAWN AND DUSK ENTWINED – Remains Of Loss (CD)

Hinter diesem Release lag der Wunsch vom Hauptakteur David S., der „Crossed Paths“-Veröffentlichung aus dem Jahre 2020 und vielen eher nach Demo-Aufnahmen klingenden Songs Abhilfe zu schaffen. Ich kenne diese Aufnahmen nicht um hier Vergleiche herbeizuführen. Für mich passt dieser Release-Termin in seiner Abfolge eher perfekt zu den beiden bereits stimmig-hervorragenden Vorgängern. Dawn And Dusk Entwined, die in den 90’s eher dem traditionellen, angenehm orchestralen Dark Ambient nahestanden, sind nun längst mit ihrer Ausrichtung im melodischen Cold/Dark Wave, also eingängigeren Sounds angekommen. Viele flächige Synths, der stets in Hall getauchte, immer etwas dumpf und düster abgemischte Gesang, hat Charme und irgendwo zwischen alten Kilian Camera, den wavigen Sixth Comm und vor allem den düsteren Synth-Flächen der Italiener von Runes Order findet man sich hier im Kosmos des Franzosen wieder. Der Opener und Titelsong ist ein kleiner, feiner düsterer Wave-Hit mit prägnantem Refrain und schöner Dramaturgie. ‚No Matter What the Pain‘ funktioniert ebenfalls mit schönen Synthie-Sound, wavigen Flächen und düsterem Input. Ruhige Piano-Stücke wie ‚The Shrine‘ bieten Kontraste, dass mit seinen treibenden, schwebend-kosmischen Flächen und Sprechgesang versehene ‚dédales‘ hat diese Nacht-Atmosphäre der benannten Runes Order oder deren Landsleuten von Nightmare Lodge. Das ist minimalster Cold Wave mit viel Atmosphäre, aber man muss mit dem französisch-monotonen Sprechgesang auf Du sein. Mit der wundervollen Ballade ‚entre chien et Coup‘ hat man mich so richtig an den Eiern – was für ein schmerzvoll intimer Track. Eine schluchzende Frauenstimme, trauriges Piano, dunkle Synths und minimale Loops vereinen das schönste von Rise And Fall Of A Decade, In The Nursery, End Of Orgy – aber auch manch stilles Nachtstück der urbanen Popper von M83 fällt mir da ein. Das berührt ungemein und schreit einfach nach mehr. ‚Beyond‘ ist mit seinem schleppend-dumpfen Doom-Wave nah an Lycia, wenn auch gewisse Neo Klassik Sounds diesen Vergleich dann eher hinken lassen. Dieses Projekt schreit mit seiner schwermütigen Aura, den schwerelosen Synth-Flächen immer satt nach Winter, Dunkelheit und heute bin ich nicht mal vor die Tür gekommen – so trist und grau war dieser Tag. Minimal, kalt und schwarz erklingen ‚This is Happening‘ und ‚We Are Next‘ – es groovt stoisch mit kühlen Flächen und müden Vocals und auch hier vibrieren Echos der starken Momente von Runes Order. ‚Crepuscule‘ klingt einsam – schwebender Ambient mit Sprechgesang und atmet die Aura der alten Zeit, wo diese Art elektronisch dunkler Wave mit Bands wie Kirlian Camera, Clair Obscur, That Summer, Twice A Men oder den frühen Frozen Autumn einfach mit berührend-emotionalen Dark Wave auf der regelmässigen Tagesordnung standen und das feine Cover von ‚Every DreamHome a Heartache‘ findet sich hier auch noch am Ende des Albums ein. Ich mag die tristen Stimmungen, das simple und Graue im Sound des Franzosen und „Remains Of Loss“ klingt am Ende ja auch genauso.

(Rajko Bärs)

Format: CD
Vertrieb: DARK VINYL
Mailorder: Going Underground
 

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