Eigentlich bin ich dem düsteren Industrial/Electro gar nicht mehr so unbedingt zugewandt, aber bei MARTIN SANE und seinem Projekt mit dem kryptisch, futuristischen Namen – der von den psychiatrischen Begriffen fixiert/sediert abgeleitet wurde – macht man mal gerne eine Ausnahme. Denn auch die bisherigen Top 5 Alben des Künstlers aus Wiesbaden konnten absolut überzeugen. Die komplex verschachtelten, teils aber auch flächig, sphärisch angehauchten dunklen Elektro Sound-Landschaften a la DISMANTLED, INTERLACE, FLA, SKINNY PUPPY, YELWORC – teils auch mit „a bissel“ WUMPSCUT und THE RETROSIC, VELVET ACID CHRIST angereichert – mit Sprachsamples und melodischen Einschlag und wirklich sehr „angenehm“ verzerrter Stimme. Da gibts ja auch andere negativ Beispiele, diese hier sind schon so richtig professionell und „fett“ umgesetzt. worden. Solch hochwertig produzierte Platten in dem Genre gibt es leider immer seltener. Die dramaturgisch geschickt in Szene gesetzten 8 Songs mit teils überraschend umgesetzten Wendungen, wie in „Darkness Visible“ von Mastermind MARTIN SANE, präsentieren den geneigten Fans wieder Dark Elektro in Höchstform mit atmosphärischen sowie apokalyptischen Endzeit-Klanglandschaften und komplexen, dichten Arrangements, die sich beim konzentrierten Hören ins Gehirn fräsen. Die meisten der Songs bewegen sich im Midtempobeat und werden auf jeden Fall wieder klassische EBM Elektro Retro Anhänger sowie auch moderne Industrialfreaks ansprechen, MARTIN SANE hat sich natürlich längst seinen Status in der Elekcroszene erspielt und genießt hier große und verdiente Popularität. Das Konzept des Album ist die 8, die für Unendlichkeit steht, also auch 8 Songs mit jeweils 8 Minuten Spielzeit. Die thematischen Inhalte behandeln dann natürlich solch fragile Themen wie Religion, den Tod im Allgemeinen und des Menschen’s größter Wunsch – die Unsterblichkeit. Und schon beim Opener „The Unborn“ und auch in „Lesson in Humility“ glänzen die voluminösen Tracks mit schicken Filmähnlichen Flächen oder man nehme die wabernden Synths in „New Eden“, was es fast zu einem Future Pop Track macht. In „Oathbreaker“ gefallen mir die melodisch geführten „Vocals“ stimmlich sehr gut, haben hier mehr Raum und der Rausschmeißer „An Unquiet Mind“ ist wieder so ein genialer Killer-Track vom Allerfeinsten. Und dabei heißt es immer, das sich solche Bands nicht mehr weiterentwickeln und in dem Bereich wäre alles gesagt. Im Fall von FIX8:SED8 darf man sagen, das der „Bursche“ sich einfach nicht an diese Aussagen hält, da jede neue Veröffentlichung immer wieder nur so vor Kreativität und Einfallsreichtum strotzt – man muß also nicht permanent neue Ausdrucksformen präsentieren, sondern mit den bisherigen Techniken und Elementen nur neue Wege und Entwicklungen suchen.
(S.Erichsen)
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