„On „We’ve been to the future“ Twins in Colour are slowdiving into different waters of dark pop, wave and psychedelic rock to find an answer. It’s best to listen to it with your eyes closed“. Ja, eigentlich kann die Rezension damit beginnen und enden. Was diese junge Leipziger Band nach ersten EP’s hier mit diesem wunderschönen Debüt auf den Gabentisch legt, hat Qualität und sollte für Freunde des verträumt-melancholischen Wave Pop, Shoegaze, Dream Pop, Lo-Fi Indie und 60’s Psych-Sounds kleine Glücks-Tränschen zulassen. Stell Dir vor: Beach House, Slowdive, Mazzy Star, die melancholisch-poppigen The Cure und Velvet Underground mit Nico finden musikalisch zusammen und raus kommt dann irgendwie sowas wie die Twins In Colour. Sanft driftende Elektronik, fuzzig schnorrende Indie-Gitarren geleiten ‚The Weather Station‘ angenehm slow und dunkel ins Album hinein. Nichts wirkt überfrachtet und diese gewisse Einfachheit, das stoisch melancholische bildet das stimmungsvolle Fundament dieser Platte. Verhuschte, unspektakuläre Female-Vocals zwischen Mazzy Star, Nico und Beach House phrasieren sehnsüchtig, intim und hängen immer etwas in den Wolken. ‚The Perks Of Being A Warflower‘ ist einfach perfekter dunkler Dream Pop: ein simpler Rhythmus, wohl temperierte melancholische Gitarren-Akkorde, ätherische Vocals, dunkle Synth-Schwaden und eine nur wunderschöne Melodie, die dich über fast 7 Minuten in eine sanft-traurige Schwerelosigkeit gleiten lässt. Respekt und mit ‚Shit Advice‘ wird gleich mal simpel und stoisch im Beach House-Schönklang weiter spaziert. Dieses simple in Beat und Melodie verschleiert nichts, man ist schnell und unmittelbar im Kern der Band und die sehnsüchtigen Melodien benebeln mit ihrer friedlichen und umarmenden Sound-Kulisse. ‚Crown Of Dust‘ treibt wavig minimal, mit männlich sanften Vocals und hat auch wieder so eine süchtig machende Melodie, die von schimmernden Keys und Gitarren liebevoll getragen wird. Das sind ausnahmslos wunderschön verträumte Kleinode/Hits, die im gleichen Moment happy und sad machen. Die Vocals sind nie perfekt, dafür berühren Sie mit greifbaren Emotionen und ihrer Suche nach diesem ominösen Mehr da draußen. ‚Ghosts Haunting‘ hat dank der Nico-lastigen Vocals diesen Touch dunklen Lo-Fi Sixties Pop, der auch den großen The Velvet Underground anhaftete. Streicher und feierlicher Songwriter-Folk zeigen die Band hier durchaus in anderen Nuancen, aber auch dieser Anzug sitzt der Band mit viel Charme. Etwas dunkle Einflüsse meiner Lieblinge von Piano Magic fließen in ‚Hospital Pt. 96‘ ein – Sehnsucht pur! Am Ende geht ein klein wenig die Luft aus, was insgesamt aber keinen Abbruch darstellt, ist ‚We’ve been to the Future‘ zu 100 Prozent ein kleines Juwel in Sachen Melancholie Pop.
(Rajko Bärs)
Format: Digital |
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