Ich bin kein ausgewiesener Fan von Synth-Pop, Electro Wave, generell elektronischer Szene Musik, aber diese zwei Schweden – welche erst seit 2024 am Start sind – haben einfach den verdammten Dreh raus. Stell Dir vorsichtig einen Mix aus Yazoo, der sanft schwebend-sphärischen Covenant-Seite, den Dänen Kliche, der melancholischen Seite von Robyn und die melancholisch elektronische Seite der Landsleute von The Northern Territories vor und dann kommt man dieser spannenden Stunde wunderschön emotionaler Pathos-Pop-Klänge ganz vorsichtig auf die Spur. Tanzbar, treibend-kühle Synth-Pop Tracks wie ‚Running away from myself‘ oder ‚Stuck In The Reality‘ wechseln sich mit einer Vielzahl von emotional-schwebenden Balladen ab und gerade diese haben eine Tiefenwirkung, meine Herren. Tolle Vocals, große Melodien, diese typisch nordisch schwebende Schwermut, eine kratzende Traurigkeit und Melancholie, die niemanden der fühlt, am Ende kalt lassen sollte. Könnte ich es mir aussuchen, dürften die Schweden diese Stunde mit diesen ätherisch-ausufernden Balladen in Endlosschleife musizieren. Darin sind sie einfach so richtig stark und setzen emotionale Stiche – so viel darf ich versprechen! ‚Teardrops or Rain‘ ist eine Hymne..Punkt! Wunderschöne Melodie, Melancholie so weit das Auge reicht. Tanzbar hypnotischer Instrumental Cold Wave in ‚One Small Step For Man‘ und sphärisch, sehr pathetisch kitschiger Neoklassik in ‚Till Mitt Barn‘ auf eben diesem leidenschaftlich emotionalen Grad – der einfach nur berührt, in die Tiefe findet und immer etwas weh tut. Trockene Dance-Beats, sehnsüchtig schwedischer Gesang in ‚En Drog‘ strotzen vor Pathos und Pop, sind immer nah am Robyn-Moment in ‚With every Heartbeat‘ dank simpler, stets poppig atmosphärischer Schlagseite. Die 80s haben hier immer ihre Hand mit im Spiel, der Gesang ist ein Strauß einnehmend melancholischer Melodik. Der Titelsong bekommt mit fast 9 Minuten Raum um seine weiten Klänge und Flügel auszubreiten. Wunderschöne, kosmische Synth-Flächen, die einfach Emotionen wach kitzeln und für die nächtliche Einsamkeit wie geschaffen scheinen und trotzdem mit dieser typisch schwedischen Nähe zum Pop gesegnet sind. Eingängigkeit, Geradlinigkeit und Emotionen pur verspricht diese Platte und mit ‚Lack Of Kindness‘ (Kirlian Camera lassen grüssen) bricht man mich nochmal richtig schön in zwei Hälften. Der letzte Track ‚Grand Orbit‘ klingt genauso, strahlt Frieden und Wärme aus und umarmt Dich nochmal so richtig liebevoll. Dance, Wave, Balladen, Electro Pop und hymnisch-kitschiger 80s Sound finden hier abwechslungsreich, liebevoll poppig zusammen und machen diese Stunde Musik zu einer lohnenswerten Entdeckung zum Jahresende.
(Rajko Bärs)
Format: Digital |
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