Ganze 4 Jahre nach dem Debütalbum „The Cinvat Bridge“ sowie der 2023er EP „And the Heresies“ meldet sich das Side Projekt VOYNA von PEER LEBRECHT – der auch bei der Berliner Post Punk/Wave Band GOLDEN APES beheimatet ist – mit einem neuen Studioalbum und 10 fulminanten Tracks sehr eindrucksvoll zurück. In 2020 ist PEER mit VOYNA gestartet. Bei den GOLDEN APES nimmt PEER die Rolle des Sängers und der Kreativ-Parts ein, so das man diese Funktion auch beim Soloprojekt beobachten kann. PEER spielt Synth, programmiert, erstellt Texte+Musik und setzt natürlich seine tragenden, sonoren, dunklen Goth Rock Vocals passend zu den Tracks ein. Dazu gesellen sich MAXIMILIAN HENNIG an der Gitarre, THOMMY HEIN – Gitarre und CHRISTIAN LEBRECHT am Bass und gemixt/remastert wurde die Platte in den THOMMY HEIN STUDIOS Berlin. Die VOYNA Sound-Welten liegen irgendwo zwischen AND ALSO THE TREES, INTERPOL, EDITORS, THE SOUND, IKON, ACTORS, CHAMELEONS und anderen Bands aus dem Goth-affinen Einzugsbereich. Ich persönlich finde auch, das man die Hauptband GOLDEN APES auf jeden Fall als Inspiration benennen sollte, da die Klänge der 2 Projekte nicht so weit auseinander driften. Man hört bei VOYNA schon, das teils neue, ausgeweitete Klangräume erforscht werden und gängige bisherige Gegebenheiten und Konventionen etwas anders als bei GA umgesetzt werden. Dazu gesellt sich die herrlich emotionale und gleichzeitig atmosphärisch, überragende Stimme von PEER. Die Veröffentlichung ist für mich persönlich auch wieder so eine Platte, die man am Stück genießen und inhalieren sollte, da sich daraus das große Ganze ergibt. Das Album ist wie ein Haufen einzelner Seiten aus einem Tagebuch ohne Reihenfolge, das aufgeblättert vor einem auf dem Tisch liegt und das es gilt, musikalisch zu entdecken und zu erleben. Auch audiovisuell hat PEER eine kreative Ader, wie man im aktuellen Video zum Song “ Wrong Face“ oder im älteren Video „Provenance“ sehr gut sehen kann, dazu sagte PEER auch : „Videos sind eine künstlerische Leidenschaft, die eine zusätzliche visuelle Bedeutungsebene darstellen. Das Spielen mit Symbolen und Meta-Ebenen, mit Hinweisen und mitunter auch falschen Fährten sind ein zusätzlicher Platz auf der Leinwand und es macht zudem noch unglaublich viel Spaß. Interessant war auch die Wahl des Projektnamens VOYNA, hierzu äußerte sich PEER wie folgt : „Ich hatte schon immer eine Bindung zu Osteuropa, zur Kultur, Kunst, Sprache, Musik sowie Literatur, deren Geschichte + Religiöse Patina auf Folklore und Architektur. Ich mag die Melancholie, die auf Mauern, in Wäldern, in den Herzen wohnt. Ich habe dort viele Menschen kennengelernt und festgestellt, das es eine Art Verbindung gibt. Und VOYNA ist ein Begriff mit einer phonetischen Abwandlung des alten slawischen Wortes für Krieg und ich mochte den Gegensatz zwischen dem weichen, fast schon fragilen Klang des Wortes und seiner diametralen Bedeutung. „Es geht dabei für mich um unsere inneren Kriege, die wir alle jeden Tag mit uns selbst führen, mit unseren Gedanken, mit dem großen mächtigen Leben da draußen und hier drinnen bei uns, so das dieser von mir gewählte Bandname also nur rein mit meiner Musik in Verbindung steht und nur damit verbunden ist“. Das sind doch schöne Worte und nun darf man gespannt sein, ob es Liveaktivitäten geben wird, ich habe mir schon mal das Dark Spring Festival vorgemerkt, da spielen nämlich schon mal die GOLDEN APES.
(S.Erichsen)
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