Vor ein paar Wochen hatte ich das Hamburger Duo ROLLERDERBY mit musikalischer Verstärkung live in Bremen gesehen und schon damals gedacht, dass dieser alternative Dark Wave/Post Punk / Dream Pop Mix aus KIRLIAN KAMERA, SLOWDIVE, LOCUST, CHANDEEN, THE SUNDAYS, BIRDY oder MOLLY NILSSON, MALORY, BEACHHOUSE und anderen Bands aus der Richtung es durch mediale Aufmerksamkeit noch weit bringen könnte. In der Hamburger Musikszene und hat sich das Duo natürlich schon zu einer gewichtigen Größe entwickelt. ROLLER DERBY, die es schon seit 5 Jahren gibt, sind PHILINE MEYER (Gesang/Keys) und MANUEL ROMERO SORIA an der Gitarre und auf der neuen Platte für die man sich 4 Jahre Zeit ließ, geht es thematisch um eine Art schwermütige Traumdeutung, dämmernde Gedankenspiele und das Ganze traumhaft in schwebenden Klangwolken verpackt und das so professionell, das man fast denken könnte, das es die Band schon seit 20 Jahren gibt. Bei den Klanglandschaften des Duos dreht sich vieles um hallgetränkte Synthflächen, rollende Bassläufe sowie schicke New Wave Slide Gitarren in Verbindung mit psychedelischen, ästhetischen, modernen Sound-Gemälden. Die Klänge zwischen nostalgischen 80er Sounds und verklärten modernen Indiepop wären wohl vor vielen Jahren beim kultigen 4AD Label von IVO WATTS RUSSELL beheimatet gewesen. Die vielen verschiedenen Einflüsse des noch jungen Duos sind schon erstaunlich breit gefächert. Der Name der Gruppe stammt übrigens von einer Feministischen Rollschuhsportart, das hätte man so sicher auch nicht unbedingt vermutet. Eine Vorbildfunktion der Band könnten übrigens auch die seeligen COCTEAU TWINS und vor allem THE Cure wegen der Gitarrenarbeit gewesen sein, zumal das Duo beim SXSW Festival vor 2 Jahren ein CURE Cover vom Track „Friday on my Mind“ kreierte und PHILINE sagte mir beim Live Gig in Bremen noch am Merch-Stand, das sogar SIMON AND GARFUNKEL vor der Gründung eine Art Inspiration gewesen sein sollen und tatsächlich entdeckt man hier und da Singer-Songwriter Anleihen wie im Song „Last Night“. Die eingängigen Harmonien und Melodien incl. der Refrains der 10 Tacks besitzen teils einen rhythmischen, leicht dynamischen Anstrich und driften noch dazu ins hymnische und Sphärische ab, was den Songs eine mystische Aura verleiht, zumal die tragende Stimme von PHILINE souverän durch die enorm melodischen Lieder führt. Am Merch gab es auch eine ältere Platte/CD Namens „Singles Collection“. Diese Songs waren noch aus der Frühphase der Band, die neuen Tracks auf dem Album nun wie das getragene fast folkige „In Spring“ oder die schwelgerische Power-Ballade „Goodbye“ und das treibende „Silver Jet“, sowie das verträumt, elegische „Never wanted More“ und vor allem das radiotaugliche Popstück „Dreams“ können wahrlich begeistern. Hier werden fast alle positiven Facetten des Dream Pop bedient. Großer Tipp für alle Fans der oben genannten Bands.
(S.Erichsen)
Format: CD / LP |





