Der schon seit Mitte der 1980er Jahre mit Licht und Glühlampe experimentierende Michael Vorfeld ist multimedialer Künstler, Musiker, Perkussionist und spielt auf selbstgemachten Saiteninstrumenten. Er ist in den Bereichen experimentelle und improvisierte Musik unterwegs, entwickelt Installationen, arbeitet fotografisch und an Projektionen, kooperiert mit zahlreichen Künstlern aus den unterschiedlichsten Bereichen und ist nicht zuletzt für seine selbst entwickelte Glühlampenmusik bekannt. Eine Tonträger-Variante davon wurde bereits 2009 veröffentlicht. Nun kommt eine zweite.
Was die Glühlampe betrifft, wäre, um das besser einordnen zu können, zu sagen, dass sie eines der ersten in Massen hergestellten Industrieprodukte war und so auch unsere moderne Lebensweise geprägt hat. Ihr extrem dünnes Glühelement versorgt sie, das heißt die auch als Birne bezeichnete Lampe, durch feine Zuleitungsdrähte mit elektrischem Strom. Sie kann entweder schwach glimmen oder hell leuchten. Ihr Licht ist diffus oder scharf, gerichtet oder gestreut, weiß oder farbig. Sie kann aber noch mehr. Das heißt Vorfeld macht etwas mit ihr. Er entlockt ihr seltsame Töne (Oder sind es Geräusche?). Die klingen auf dem auf 100 Stück limitierten, handsignierten Tape in etwa so, als ob jemand immer wieder mal an ein unter Strom stehendes Klinkenkabel greift.
In Vorfelds Musik geht es um Strömung. Sie handelt von Feldstärke, Phasen und von Spannungswandlern. Da knistert ´s und wummert ´s. Da pulst es wie etwa bei „Lumenfluss“ (Titel 5). Da werden Impulse zu Schlägen, zum Brummen von Bass-Drum und Bass-Gitarre. Da klimpert ´s in „Lichte Wendel“ (Titel 1), weil Vorfeld vielleicht mit einem Fingernagel oder sonst etwas Hartem gegen das dünne Gehäuse aus Glas schnippst oder schlägt. Das ist elektronisch, verstärkt durch den Strom. Und der speist ja nun irgendwie beides. Also die Glühlampe wie die digitale LED. So spielt Vorfeld in und mit beiden Welten … Das ist mindestens seltsam. Und hört sich energiegeladen spannend an … (awk)
Format: TAPE |





