BIOSCOPE – Gentö (CD, Digital, Vinyl)

Da haben sich mal zwei Ausnahmemusiker gefunden : Elektronik-Künstler THORSTEN QUAESCHNING, der Kopf nach und seit EDGAR FROESEs Ableben bei Tangerine Dream und STEVE ROTHERY, der bei der Prog Band MARILLION die Gitarrenseiten spielt. Für viele ist das sogar ein überraschendes Join Venture. Für mich eher weniger, da ROTHERY auf der TD Tour 2022 im Set als Gast auftauchte, aber genau genommen waren die gemeinsamen Planungen schon seit 2020 in Gange, weil sich die zwei Künstler da schon in Berlin trafen. Zuvor war man sich bereits 2014 beim „Cruise To The Edge“ Prog Rock Festival auf einem Kreuzfahrtschiff begegnet – beide Gruppen traten hier auch auf. Man kann also sagen, es kommt zusammen, was zusammen gehört und die zehn ( es werden aber nur 5 angezeigt, da es teils als Part 1 und Part 2 deklariert wurde) rein instrumentalen, meistens eher elegisch und im Uptempo gehaltenen Tracks wie auch z.b. Titelsong „Gentö“ präsentieren den Fans die Stärken beider Musiker. Bei THORSTEN sind es halt die auch von TD bekannten episch, emotionalen und voluminösen Klangwelten und von STEVE die grandiosen Gitarrenparts. Die Platte wurde in 5 Tagen im Privatstudio von STEVE im Südwesten Englands eingespielt, das ist sportlich, bedurfte aber wohl sicher einer professionellen Vorarbeit der 2 Protagonisten. Außerdem nahm man sich für die Aufnahmen noch ALEX REEVES von ELBOW an den Drums dazu – also gibt es hier keinen programmierten Rhythmus. Anmerken finde ich, das es bei 1 oder 2 melodiösen Tracks durchaus auch mit passenden Gesang gepaßt hätte, aber allein das wunderbare „Kaleidoscope“ besticht mit einer rockig, poppigen Note und die 2 Musiker sagten auch, das eben die Gitarre in den Songs den Gesang ersetzt. Kann man so auch sehen. Die überwiegend starken Momente auf dem durchweg konstant großartigen Niveau der Veröffentlchung ( alles andere hätte mich auch gewundert) bestehen für mich eher bei den ruhigeren Parts, in denen dann die Gitarrenarbeit von STEVE exzellent zur Geltung kommt und das schöne ist zudem, das die teils kosmischen „Cinema affinen“ Songs nicht zu sehr in die Länge gezogen wurden, wie man es angesichts eines TD Synth-Musikers hätte annehmen können. STEVE sagte noch zum Album : „Ich fand unsere Musik sehr filmisch, es paßte alles sehr gut bei diesem Thema des frühen Kinos ( STEVE und THORSTEN sind große Fans von Kinofilmen und Soundtracks ) und der bewegten Bilder. Es war für uns beide ein musikalisches Gespräch, bei der diese Art von Magie entwickelt wurde, die entsteht wenn 2 verschiedene Musikwelten aufeinderprallen“ ! Schöne Worte. Übriges war ein „BIOSKOP“ ein Ende des 19.Jahrunderts in Deutschland entwickelter Filmprojektor und „Gentö“ war die japanische Form des Vorläufers moderner Projektoren, so das dass Ganze ein vollumfängliches Bild ergibt. Das ist für mich wieder so eine Platte die man am Stück genießen sollte, am besten wohl auf Kopfhörer um die musikalischen Feinheiten der zwei Künstler heraus zu hören, zudem und das sind gute Nachrichten,
sollen noch mehr Platten in dem Stile folgen.

(S.Erichsen)

Format: CD, Digital, Vinyl
Vertrieb: Edel
 

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