Vor 2 Jahren habe ich an dieser Stelle das letzte Album dieses Duos besprochen und für gut befunden. Umso mehr freut es mich, dass Risa Hara und Simone Skeleton nun einen neuen Longplayer auf den Weg gebracht haben. Und schon beim ersten Hören wird klar, dass sie den vor zwei Jahren eingeschlagenen Weg weiter perfektioniert haben. Gleichzeitig lassen sich noch viele Parallelen zum Vorgänger finden. Es gibt wieder sehr schöne Lieder in italienischer Sprache (Distacco, Anime In Silenzio) und ein weiteres Mal hat man Tony Wakeford von Sol Invictus als Gastsänger gewinnen können (Thunder and Lightning). Über Social Media ist des Öfteren sichtbar, dass man mit ihm nicht nur auf musikalischer Ebene verbunden ist. Die auf „Shallow Mist“ vorliegenden Kompositionen und Produktionen gehen aber allein auf die Kappe von Risa Hara und Simone Skeleton, die sich sehr ins Zeug gelegt haben, abwechslungsreiche und lohnenswerte 52 Minuten Musik zu Gehör zu bringen.
„Razed To The Ground“ beginnt mit harten Beats und Elektroklängen. Dazu ertönt dann sehr schnell die düster prophetische Stimme Simone Skeletons. So ein Auftakt überrascht, ist man bei Inanis Yoake doch bisher auf eher weniger düstere und schwere Klänge gestoßen. Vertraute Gefilde offenbaren sich aber sogleich beim zweiten Stück des Albums „Lost in The Twillight“. Der Gesang wird klarer und erinnert mich in Momenten an Ian Astbury von The Cult.
„Symbols“ ruft dann endgültig die Postpunk-Attitüde auf den Plan. Die Hinzunahme einer zweiten Gesangsstimme (Michael Aliani, ehemals IKON) bei einigen Stücken bringt eine angenehme Dynamik in die Songs, von denen manche im klassischen Goth-Rock- (z.B. Through) oder, wie der Titeltrack, auch im Darkwave-Gewand daher kommen. Aber auch düstere von Synthies getragene Klänge (I’ve Done Everything I Can, The Dismal Sea) verfehlen ihre Wirkung nicht und tragen ihren Teil zur melancholischen Mischung dieses Albums bei. Zum Ende (The Coldest Place, Anime In Silenzio) kehren Inanis Yoake zu den Folkeinflüssen zurück, die ihr Debut-Album, „Summer Silence“, in ihrem Gründungsjahr 2020 noch bei Hauruck! erschienen, charakterisiert haben. Die Experimentierfreudigkeit von Risa Hara und Simone Skeleton kennt nahezu keine Grenzen. Was sich nicht zuletzt im letzten Stück des Albums zeigt. „Down Here“ entlässt einen mit Elementen von Noise und psychedelic Folk in die düstere Nacht. Ein sehr schönes Werk ist den beiden Londonern hier gelungen und ich hoffe der kreative Fluss kann sich weiterhin aus einer ergiebigen Quelle speisen. (M.W.)
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