Zum einen wußte ich bisher nicht, das es außer dem MARILLION Weekender in Berlin oder gar Weltweit auch ein IQ Weekender gibt und das hierzulande in Aschaffenburg und ebenso z.B. im englischen Bury, zudem waren sie vor kurzem Live in Bochum. Da hatte ich die formidable Band leider dieses Jahr verpaßt, dafür aber die neue Platte der Progressiv Rock Band, die 1981 in Southampton gegründet wurde, erhalten. Außerdem gibt es schon viele Livealben von IQ, wie die Aufnahme aus 2002 vom Colos Saal in Aschaffenburg oder die „Live on the Road of Bones“ aus 2015 im erwähnten Bury/England zum Live erleben und nach hören. Und wer auf 70s Sound von PINK FLOYD, YES, MARILLION, ARENA, ELOY, STEVEN WILSON, LEE ABRAHAM, GENESIS, ALAN PARSON usw. steht, ist bei den Pionieren des Neo Prog Rock sowieso genau richtig. Die atmosphärischen Keys, komplexen Song-Strukturen, melancholischen Texte und die musikalische Tiefe sowie die teils kleine Vertracktheit hatten mich bei ihrer ersten Platte aus 1983 „Lush Attic“ genauso begeistert wie auf der „The Wake“ CD, nur verließ der charismatische Sänger PETER NICHOLLS danach die Band, um wieder in 1990 zurückzukehren. Das andere Aktivmitglied ist MICHAEL HOLMES an den Keys und Gitarre. Und 6 Jahre nach dem letzten Album „Resistance“ erscheint nun Platte Nr. 13 „Dominion“ und diese Platte mit 5 Tracks und ca. knapp 60 Minuten Spielzeit geht in eine ähnliche Richtung wie zuletzt, da die Themen der Songs sich auf beiden Platten um die Verarbeitung von negativen Erlebnissen drehen und auch das Thema Tod dabei nicht ausklammern, da es z.B. im Titel-Track der neuen LP im Track „No Dominion“ darum geht, das der Tod keine Macht über uns erlangt. Als sehr gelungen ist auch der 22-minütige Long-Track „The Unknown Door“ mit einem grandiosen Spannungsbogen, in dem es um mystische Fantasy-Themen geht, z.b. wie das Leben eines jeden Einzelnen verlaufen wäre, wenn er irgendwann mal einen anderen Weg genommen hätte, als den bisher eingeschlagenen. Was hätte einen da erwartet, eventuell ein anderes Leben als bisher – dies wurde auch musikalisch in dem Song großartig umgesetzt. Auch gelungen ist „One of Us“, das mit 3 Minuten fast Single-Charakter hat und das einfach melodisch, symphonisch und eingängig rockig daher kommt und zudem mit einigen Wendungen überrascht, genauso wie „Neverland“das schick poppig melodiös begeistert. Auch „Far from Here“ hat alles was die Gruppe bisher so in ihren Klanglandschaften je ausgemacht hat. Weiter entwickeln muß sich die Band eh nicht mehr und das brauch sie auch nicht, denn auf dieser Platte klingt IQ halt wie IQ, wenn auch diesmal weniger Härte und Druck als auf dem Vorgängeralbum enthalten ist. Die CD erscheint im sechsseitigen Digipack mit einem 16-seitigen Booklet auf dem besten Label für Progressiv Rock : Giant Electric Pea und ist ein Tip für alle Retro Prog Liebhaber.
(S.Erichsen)
Format: CD / LP |
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