Es ist lange Zeit still geworden um Tony Wakeford, seinerzeit ein Teil von Death In June und später dann die treibende Kraft bei Sol Invictus. Das letzte Album von Sol Invictus ist vor fast 10 Jahren erschienen. Umso schöner ist es, die allzu vertraute und markante Stimme Wakefords auf dem hier vorliegenden Album zu hören. Wir wissen also nun wer dieser Tony ist, dessen Name sich im Projektnamen findet. Doch wer ist Fritz?
Nun, es ist lange Zeit still geworden um Oliver R., seinerzeit ein Teil und bekanntestes Gesicht von Sonne Hagal. Das letzte Album von Sonne Hagal ist vor 11 Jahren erschienen. Umso schöner ist es zu erfahren, dass er, nun unter dem Pseudonym Fritz Hagal, der zweite Pol dieses Projektes ist. Und glaubt man den Credits im Digipac, gehen die Idee und Realisierung dieser Zusammenarbeit auf ihn zurück.
Über Social Media konnte man schon seit geraumer Zeit verfolgen, dass das Musizieren der beiden wirklich Aug in Aug und nicht nur über das Versenden von Dateien ablief. Auch gab es vor zwei Jahren bereits die Maxi-Single „Another Fine Day“ unter dem Namen Fritz & Tony, welche die ersten Resultate von „Fritzen‘s“ London-Besuchen bei Tony Wakeford enthält, die klanglich auch schon irgendwo zwischen Neofolk, Jazz und Neo-Klassik liegen. Die Platte wurde seinerzeit hier im Black sehr positiv besprochen und es ist sehr erfreulich festzustellen, dass den beiden Musikern auch mit dem jetzt vorliegenden ersten Album ein sehr schöner Wurf gelungen ist. Hier liegt kein klassisches Neofolk-Album vor, auch wenn viele Stücke diese Wurzeln klar erkennen lassen. „Blind“, „Harbour“ oder „Eden Olympia“ würden z.B. unbestritten auch sehr gut auf ein Sol Invictus Album passen. „Children’s Laughter“ dagegen erinnerte mich beim ersten Hören durch das markante Klavier-Interval sofort an „Walking in My Shoes“ von Depeche Mode. Mitnichten hört man hier Synthie-Pop aber bei erneutem Hören würden Text und Arrangement des Gesangs auch zum Stil späterer Depeche Mode-Songs passen. Ließe man Dave Gahan das wunderbar melancholische Lied singen….aber lassen wir das. „I’m Sorry“ ist trotz seines leicht behäbigen Rhythmus ein tanzbares Stück und der Nachfolger „The Night“ wäre der passende Soundtrack für einsame, verregnete Spaziergänge die Themse entlang. Das Titelstück, zu dem auch ein Video veröffentlicht wurde, ist letztendlich das einzige Lied, im klassischen Neofolk-Mantel. Im Vergleich zur Maxi, die sehr instrumental angelegt ist, ist Tony Wakefords Gesang durchgehend ein zentrales Element der Stücke, von denen keines dem anderen gleicht. Die Eintönigkeit, die gerade beim Neofolk oft kritisiert wird, findet sich hier in den gesamten 50 Minuten nicht und es bleibt zu hoffen, dass es in Zukunft weiterhin regelmäßige Besuche von Fritz in London und Sheffield – denn auch den Teufelsgeiger Matt Howden von Sieben hat man mit ins Boot geholt – geben wird. (M. W)
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